Richtigstellung eines Falschzitates in einem Tagesspiegelbeitrag vom 15.11.2018 „Zu Tode gezüchtet“

News vom 15.11.2018

In dem Artikel (gedruckte Papierversion) wird Prof. Dr. Gruber u.a. zitiert mit den Worten „Die Züchter sind nicht die Bösen“. Dabei handelt es sich um eine falsche Zitierung mit gegenläufiger Bewertung der Inhalte seines Vortrages am 14.11.2018 bei der Presseveranstaltung der Tierärztekammer Berlin.  Der Tagesspiegel wurde am 15.11.2018 zu einer Richtigstellung aufgefordert mit differenzierter Klarstellung. Mittlerweile wurde das Zitat in der Online-Version des Tagesspiegels geändert in „ Die Züchter seien nicht allein die Bösen, sagt Achim Gruber, Tierpathologe der Freien Universität Berlin (FU).“

 

Sehr geehrtes Team des Tagesspiegels,

in ihrer Tagesspiegel-Ausgabe von heute zitiert Frau Regina Wank mich in ihrem Beitrag „Zu Tode gezüchtet“ mit den Worten „ ‚Die Züchter sind nicht die Bösen‘  betont Achim Gruber“.  Hier hat Frau Wank meine Kernaussagen bei ihrer starken Verkürzung genau ins Gegenteil der korrekten und von mir unmissverständlich geäußerten Zusammenhänge umgekehrt. Dieses Falschzitat kann schlimme Folgen haben und beschädigt sowohl meine Person als auch die wertvolle Initiative der Tierärztekammer. 

Vielmehr habe ich explizit und mehrfach darauf hingewiesen, dass die hier dargestellten Qualzuchten natürlich aus den Händen skrupelloser und interessensgetriebener Züchter stammen und diese damit natürlich die Bösen sind. Sie sind es, und nur sie, die systematisch und massenhaft gegen § 11b des Tierschutzgesetzes verstoßen und damit systematischen Rechtsbruch begehen. Frau Wanks Zitat legt mir die gegenteilige Einschätzung in den Mund. Dies kann besonders fatale Konsequenzen haben, zum Beispiel für die gegenwärtig anhängigen und geplanten Gerichtsverfahren gegen diese Züchter. Mit meinem Fehlzitat  „ ‚Die Züchter sind nicht die Bösen‘  betont Achim Gruber“ könnten diese womöglich versuchen, sich rein zu waschen. Auch entsteht ein völlig falsches Bild in der Öffentlichkeit.

Auch habe ich in meinem gestrigen Vortrag mehrfach und explizit darauf hingewiesen, dass viele Züchter und Verkäufer ihrer Aufklärungspflicht in Bezug auf bekannte Mängel der qualgezüchteten Tiere nicht nachkommen. Hier machen diese sich nach Juristeneinschätzung des arglistigen Verschweigens eines Mangels schuldig, mit weit reichenden Konsequenzen durch Schadenersatzpflicht. Auch hier sind die Züchter eindeutig „die Bösen“, ganz im Widerspruch zum Zitat, welches Frau Wank mir in den Mund legt.

Ich habe ferner darauf hingewiesen, dass die Züchterwelt gespalten ist. So gibt es auch Züchter mit guten Absichten und ehrenvollen Praktiken, ich nannte mehrere Beispiele. 

Das folgende Zitat von Frau Wank „Sie liefern nur, was sich die Käufer wünschen“ gibt meine Äußerungen – wenn auch überspitzt – in diesem Punkt korrekt wieder. Damit tragen aber beide Schuld, sowohl die Züchter als auch die ahnungslosen und teils scheuklappentragenden Besitzer. Hier greift die Aufklärungsinitiative der Tierärztekammer ein. Die Verantwortung der Züchter wird dadurch jedoch in keiner Weise gemindert.

Frau Wanks Falschzitat beschädigt meine Person, den gesamten Sachverhalt und die wertvolle Initiative der Tierärztekammer. Daher fordere ich eine zeitnahe Korrektur durch eine Gegendarstellung. Ich bitte um eine gemeinsame Formulierung einer differenzierten und korrigierenden Darstellung zur Veröffentlichung im Tagesspiegel.

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Mit Dank und freundlichem Gruß

Achim Gruber

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