Klauentierklinik

Reichs-Reiterführer-Schule, 1936

Reichs-Reiterführer-Schule, 1936
Bildquelle: Aquarell, Heimatmuseum Zehlendorf

Zufahrt zur Klinik für Tiergeburtshilfe und Klauentierkrankheiten, 1966

Zufahrt zur Klinik für Tiergeburtshilfe und Klauentierkrankheiten, 1966
Bildquelle: Die deutsche Veterinärmedizinische Wissenschaft. Kassel, 1966. Abb. S. 39

Jungtierabteilung der Klinik für Tiergeburtshilfe und Klauentierkrankheiten, 1966

Jungtierabteilung der Klinik für Tiergeburtshilfe und Klauentierkrankheiten, 1966
Bildquelle: Die deutsche Veterinärmedizinische Wissenschaft. Kassel, 1966. Abb. S. 39

Die heutige Klinik für Klauentiere hat ihre Räume in der 1936 errichteten „Reichs-Reiterführer-Schule“.

Die ältesten Gebäudeteile der Klinik für Klauentiere gehen auf die Anlage der Reichs-Reiterführer-Schule zurück, die in den Jahren 1936 bis 1938 entstand. Zunächst führte die unmittelbare Nähe zur bekannten "Deutschen Reitschule" des Majors a.D. Bürkner auf Gut Düppel zu Spannungen, später bildete Bürkner selbst hier aus. In mehrwöchigen Lehrgängen sollte hier die vormilitärische Ausbildung für das Nationalsozialistische Reiterkorps stattfinden. Die dazu nötigen Gebäude zur Unterbringung von Lehrenden, Lehrgangsteilnehmern und deren Pferde wurden vom Architekten Walter Lehwess in mehreren Bauabschnitten gebaut. So fehlen auf dem Aquarell noch die beiden Flügelbauten, die durch die Fortführung der Arkaden eine dreiseitig geschlossene Hofsituation entstehen lassen.

Im Juli 1945 überließen die sowjetischen Truppen Düppel den Amerikanern und diese zogen mit einer berittenen Einheit „Horse Platoon“ in die ehemalige Reichs-Reiterführer-Schule ein. Nachdem die Einheit jedoch 1958 aufgelöst wurde, überließ man den Veterinärmedizinern die Räumlichkeiten. Es lag nahe, hier die Klinik für Klauentiere anzusiedeln, denn deren Labors und Büros lagen vorher über Dahlem verteilt, während die Patienten in einem ehemaligen Schweinestall in Düppel untergebracht wurden.

Erst 1993/94 wurden die beiden Bereiche Fortpflanzungskunde und Klauentierkrankheiten getrennt und werden heute jeweils als selbständige Kliniken geführt. In den 60er Jahren gehörte die Tiergeburtshilfe jedoch noch dazu, und so sieht man auf dem Foto die Jungtierabteilung für Kälber und Ferkel mit einem Sauerstoffzelt am linken Bildrand des dritten Bildes.