Aktuelle Forschungsprojekte
Parasitologische Untersuchungen bei Großtrappen
Thematisch beschäftigt sich eine Doktorandin mit Untersuchungen zu den vorkommenden Parasiten der bei uns beheimateten und gefährdeten Großtrappe. In enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedern vom Förderverein Großtrappen e.V. wurden Proben verschiedener Art von freilebenden Vögeln, stationären Patienten sowie von sich in der Aufzucht befindlichen Tieren gesammelt und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die wildlebende Population untersucht. Zusätzlich werden auch pathologische Untersuchungen von verstorbenen Tieren durchgeführt. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag für die Schutzprojekte der Großtrappe leisten.
Belastungsbeurteilung bei Hühnern
Im Rahmen einer Doktorarbeit wurde eine Skala zur Belastungserkennung bei Hühnern entwickelt. Diese Stressed Chicken Scale (SCS) zeigt Hühner in Seitenansicht, die bestimmte Körpersignale zeigen, welche im Zusammenhang mit Unwohlsein in der Geflügel-Fachliteratur beschrieben werden.
Skalen wie diese finden unter anderem im Bereich von versuchstierkundlich gehaltenen Tieren, z.B. in Form von Facial Expression / Grimace Scales, Anwendung. Sie können aber auch ein nützliches Tool für Trainings- und Ausbildungszwecke sein.
Im weiteren Projektverlauf wurde, unter Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), eine künstliche Intelligenz, das Happy Chicken Tool (HCT), entwickelt. Dieses soll die automatische Belastungserkennung bei Hühnern ermöglichen.
Es ist vorgesehen, die SCS und das HCT weiter zu verbessern und unter Feldbedingungen zu testen.
Fangen, Tragen und Verladen von Hühnern
Sei es bei Umstallungen, Impfungen oder zur Schlachtung - um diese eine Maßnahme kommt kein Huhn herum: Transport. Das Fangen, Tragen und Verladen von Wirtschaftsgeflügel stellt eine elementare Schnittstelle zwischen Tierwohl, Mitarbeitergesundheit und logistischen Herausforderungen dar. Die Auswirkungen verschiedener manueller Fang- und Tragemethoden werden innerhalb des Dissertationsprojekts auf Einzeltier- und Herdenebene, sowie in Hinblick auf soziale und ökonomische Gesichtspunkte untersucht.
Resistenzforschung bei Hobbyhühnern
Hobbyhühner bringen ländliches Leben in urbane Wohnumgebungen und mit Ihnen potenziell unsichtbare Mitbewohner: Antibiotikaresistente Bakterien. Ziel dieser Dissertation ist die systematische Untersuchung des Vorkommens antibiotikaresistenter Erreger in privat gehaltenen Hühnern, ihrer Resistenzprofile, potenzielle Übertragungswege sowie damit verbundene One-Health-Maßnahmen um Huhn und Mensch zu schützen.
Einfluss von Ascaridia galli auf Impfung und bakterielle Koinfektionen bei Hühnern
Das Dissertationsprojekt untersucht den Einfluss des intestinalen Nematoden Ascaridia galli auf Immunantworten, die gastrointestinale Gesundheit und bakterielle Koinfektionen bei Hühnern. Aufgrund seiner hohen Prävalenz bei Legehennen, insbesondere in Freiland- und ökologischen Haltungssystemen, stellt A. galli eine bedeutende Herausforderung für die Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit dar. Das Projekt konzentriert sich insbesondere auf die Wechselwirkung zwischen Helmintheninfektion und Salmonella Enteritidis, einem für die Geflügelproduktion hochrelevanten zoonotischen Erreger.
Ein zentrales Ziel besteht darin zu untersuchen, ob A. galli die adaptiven Immunantworten bei geimpften Hennen verändert und dadurch die Wirksamkeit der Impfung beeinflusst. Darüber hinaus wird untersucht, wie die Helmintheninfektion das intestinale Milieu verändert, einschließlich der lokalen Immunregulation, der Barriereintegrität sowie der Anfälligkeit für bakterielle Kolonisation und Persistenz.
Als Teil des RTG 3096 ist das Dissertationsprojekt in einen One-Health-Rahmen eingebettet, welcher Tiergesundheit, zoonotische Infektionen und translationale Forschung miteinander verknüpft. Die Arbeit kombiniert in-vitro-Modelle des Hühnerdarms, Untersuchungen unter Praxisbedingungen sowie kontrollierte experimentelle Infektionsstudien. Die Untersuchungen zielen darauf ab, Erkenntnisse zu gewinnen, die verbesserte Impfstrategien, eine verringerte Erregerausscheidung und ein nachhaltiges Geflügelgesundheitsmanagement in kommerziellen und alternativen Haltungssystemen unterstützen.



