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Hintergrundinformationen

Bis Ende des Jahres 2020 errichtet das Land Berlin als Bauherr mit Finanzmitteln der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Berlin am Fachbereich Veterinärmedizin der Feien Universität Berlin das Tiermedizinische Zentrum für Resistenzforschung (TZR; Englische Bezeichnung: Veterinary Center for Resistance Research, VCR²).

Es handelt sich dabei um ein überregional und international agierendes tiermedizinisches Forschungszentrum (ein Forschungsbau nach Art. 91b Grundgesetz), in dem infektionsmedizinische Grundlagenforschung, Hygienefächer und tiermedizinisch-klinische Fächer vereint Fragestellungen der Resistenzforschung bearbeiten werden.

Gemeinsames Ziel ist, die wachsende Anreicherung des Resistoms (der Resistenzeigenschaften aller Infektionserreger; Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten) in der Tiermedizin einzudämmen. Zugleich wird im TZR der gemeinsamen übergreifenden Resistenzproblematik in Human- und Tiermedizin auch im Sinne des „One health“-Ansatzes nachgegangen.

Das TZR soll die Translation von neuen grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnissen in diagnostische, therapeutische und hygienische Maßnahmen im Hinblick auf die Reduzierung resistenter Infektionserreger in der Tier- und letztlich auch der Humanmedizin ermöglichen.

Die gewonnenen Ergebnisse werden unmittelbar Eingang in die studentische Ausbildung der am Fachbereich ausgebildeten künftigen Tierärzte finden sowie in die Berliner und Deutschlandweite Fort- und Weiterbildung von Tierärzten.

Künftig bietet das Forschungszentrum die Möglichkeit, veterinärmedizinische Institute und Kliniken der FU Berlin sowie passend zur Forschungsprogrammatik des TZR weitere lokale und überregionale universitäre und außeruniversitäre Forschungs­ein­richtungen aus Tier- und Humanmedizin sowie aus der Grundlagenforschung in Form eines Forschungsgebäudes sowie auch als Koordinationsknoten zusammenzuführen, um wegweisende Forschungsansätze zur Reduktion der übergreifenden Resistenzproblematik zu erarbeiten. Es dient vordergründig der Gesundheitsprophylaxe beim Tier, aber bezüglich Zoonosen und des „One-Health-Ansatzes“ auch beim Menschen.

Kern des TZR werden künftig bilden:

  • Hochausgestattete, infektionsmedizinische Labore (S2 GenTG)
  • Forschungshaltung (S2 GenTG) für Geflügel, Schweine, Wiederkäuer und Nutzfische, die den beteiligten Arbeitsgruppen insbesondere auch Untersuchungen von Fragestellungen zur Antiinfektiva-Resistenz unter praxisidentischen/-ähnlichen Bedingungen ermöglicht.
  • Biobank zur Asservierung biologischer Gewebe und Infektions­erreger
  • Infrastruktur zur bioinformatischen Aufbereitung und Analyse der Hochdurchsatz-Genomsequenzdaten, zur Speicherung der Primärdaten und zur Bereitstellung von Daten und Services für die interne und externe Nutzer.

Die Nutzung dieser Infrastruktur wird ab Fertigstellung des Hauses im Jahre 2020 passend zur Forschungsprogrammatik des TZR auch für Kooperationspartner möglich sein.