Klick für Klick: Studierende lernen Medical Training mit Hühnern
Klickertraining
Bildquelle: Isabelle Ruhnke
Gewünschtes Verhalten wird per Klick markiert und direkt belohnt.
Bildquelle: Isabelle Ruhnke
Mehr als Training: Der Kurs schult Verständnis, Geduld und Respekt für das Tier.
Bildquelle: Isabelle Ruhnke
News vom 02.04.2026
Tierärztliche Untersuchungen bedeuten für Hühner häufig Stress. Im Wahlpflichtkurs „Klickertraining“ der Abteilung Geflügel am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin lernen Studierende daher einen alternativen Ansatz kennen: sogenanntes Medical Training, bei dem Tiere aktiv an Untersuchungen mitwirken, anstatt Behandlungen passiv zu erdulden.
Grundlage ist die Methode des Klickertrainings. Zeigt ein Tier ein gewünschtes Verhalten, wird dieses vom Mensch durch ein Klickgeräusch markiert und unmittelbar im Anschluss mit Futter belohnt. Entscheidend ist dabei das präzise Timing, da der Klick den exakten Moment des richtigen Verhaltens signalisiert.
Im Kurs entwickeln die Studierenden gemeinsam mit den Tieren individuelle Trainingsansätze. Denn jedes Tier reagiert unterschiedlich: Verhaltensweisen, Lerntempo und Umweltfaktoren beeinflussen den Trainingsprozess maßgeblich. Entsprechend müssen Strategien kontinuierlich beobachtet und angepasst werden. „Beim Klickertraining müssen Tier und menschlicher Trainer sich einander verstehen lernen“, erklärt Professorin Isabelle Ruhnke, die den Kurs gemeinsam Emily Litzke und Larissa Schlegel-Pape konzipiert und leitet.
Was auf den ersten Blick spielerisch wirkt, basiert auf fundierten wissenschaftlichen Prinzipien. Tierschutz ist ein zentraler Bestandteil der veterinärmedizinischen Ausbildung. Eine wichtige Grundlage bildet das 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine), das auf die Reduktion von Belastungen und die Verbesserung von Haltungs- und Untersuchungsbedingungen abzielt. Insbesondere das „Refinement“, also die Minimierung von Stress, wird durch Methoden wie das Klickertraining praktisch umgesetzt.
Der Kurs vermittelt den Studierenden nicht nur die Grundlagen der operanten Konditionierung, sondern fördert auch zentrale Kompetenzen wie Beobachtungsgabe, Geduld und ein Verständnis für die Kommunikation zwischen Mensch und Tier sowie die Wertschätzung des tierischen Partners.


