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Januar 2026 - Muriel Dresen

Muriel Dresen

Muriel Dresen

Streptococcus suis avian expansion suggests shared antibiotic use drives host jumps

Muriel Dresen, Gemma G. R. Murray, Peter Valentin‑Weigand, Marcus Fulde and Lucy A. Weinert

BMC Biol 2025 Dec 2. doi: 10.1186/s12915-025-02477-4.

Die enge Verzahnung von humaner, tierischer und Umweltgesundheit führt zu neuen Bedrohungen, wie der Zunahme antimikrobiell resistenter Erreger. Insbesondere die Nutzung derselben Antibiotika in Human- und Veterinärmedizin spielt dabei eine Rolle. Nutztiere wie Schweine und Geflügel erhalten hohe Dosen an antimikrobiellen Wirkstoffen und gelten als Reservoir für multiresistente Bakterien, wie dem Zoonoseerreger Streptococcus suis.

S. suis führt zu hohen wirtschaftlichen Verlusten in der Schweineindustrie weltweit. Der Erreger wurde bereits aus vielen weiteren Spezies isoliert, darunter Hunde, Katzen, Rinder und verschiedene Vogelarten. In unserer Studie haben wir untersucht, ob diese Infektionen wie beim Menschen reine „Spillover“ Infektionen sind oder mit einer Wirtsadaptation einhergehen. Wir analysierten 37 Ganzgenomsequenzen von verschiedenen Spezies, darunter 26 Vogelisolate. Wir konnten zeigen, dass in den Vogelisolaten eine Wirtsadaptation vorliegt (phylogenetisches Clustern, besseres Überleben in Hühner- als in Schweineblut, vogelspezifische mobile genetische Elemente). Außerdem waren die Vogelstämme im Gegensatz zu den anderen Tierisolaten alle multiresistent. Ein Teil der Wirtssprünge sowie die Übertragung innerhalb der Vogelpopulation (inkl. Wildvögel) ereignete sich in den letzten 40 Jahren, einer von intensivem Antibiotikaeinsatz geprägten Zeit.

Mit unserer Arbeit konnten wir zeigen, dass der Einsatz derselben Antibiotika Langzeitrisiken birgt, wie die Erschließung neuer Wirte und Wildtierpopulationen durch multiresistente Erreger und bessere Monitoring-Programme nötig sind.