INFOGUT Annual Meeting
Rund 80 Wissenschaftler*innen aus ganz Europa kamen am Fachbereich Veterinärmedizin zusammen, um aktuelle Entwicklungen in der Darmmikrobiomforschung und bei innovativen In-vitro-Modellen zu diskutieren.
Internationale Wissenschaftler*innen trafen sich an der FU Berlin, um die Zukunft innovativer Untersuchungsmodelle zur Darmphysiologie und den Einfluss des Mikrobioms zu erörtern.
News vom 24.06.2026
Vom 17. bis 19. Juni 2026 lud die Freie Universität Berlin zum 2. Annual Meeting des europäischen COST-Netzwerks INFOGUT. Rund 80 Forschende aus ganz Europa kamen am Fachbereich Veterinärmedizin zusammen, um Fortschritte in der Darmmikrobiomforschung und bei In-vitro-Modellen zu besprechen. Die Veranstaltung fand im Trainingszentrum „Veterinarium Progressum“ statt und wurde als Hybridformat organisiert.
Das INFOGUT-Netzwerk (Innovative Gut Models) entwickelt und harmonisiert Methoden zur Untersuchung der Darmmikrobiota. Im Fokus stehen „New Approach Methodologies“ (NAMs), die Tierversuche reduzieren und gleichzeitig die Aussagekraft von Forschungsmodellen erhöhen sollen.
Plattform für internationale Forschung
Während der dreitägigen Konferenz präsentierten die fünf Arbeitsgruppen des Netzwerks ihre Fortschritte in den Bereichen Darmmikrobiota, In-vitro-Modelle, Methodik-Standardisierung, Datenanalyse und regulatorische Fragen. Forschende aus Universitäten, Behörden, Forschungseinrichtungen und Unternehmen erarbeiteten Strategien zur Weiterentwicklung und Harmonisierung validierter Darmmodelle.
Zu den Höhepunkten zählten Vorträge führender Expert*innen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und weiteren Ländern. Themen wie die Wechselwirkungen zwischen Ernährung und Darmmikrobiota, moderne Gut-on-Chip-Systeme, digitale Zwillinge biologischer Systeme und innovative Fermentationsmodelle standen im Mittelpunkt.
Die Freie Universität Berlin war nicht nur Gastgeberin, sondern auch wissenschaftlich stark vertreten. Prof. Dr. Jürgen Zentek vom Institut für Tierernährung gehörte zum Organisationskomitee und leitete die Planung und Durchführung. Prof. Dr. Jörg R. Aschenbach stellte aktuelle Entwicklungen bei In-vitro-Modellen in der physiologischen Forschung vor.
Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden
Ein besonderes Merkmal des Treffens war die enge Zusammenarbeit mit Industrie und Behörden. Vertreter von EFSA, dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Danone, DSM, Nestlé, Affinity Petcare und weiteren Unternehmen diskutierten mit Forschenden über Anforderungen an künftige Darmmodelle und deren Einsatz in Forschung, Innovation und Risikobewertung.
Die Gespräche zeigten, dass innovative In-vitro-Systeme eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung neuer Lebensmittel, Futtermittel und Gesundheitsstrategien spielen werden. Gleichzeitig wurden Herausforderungen bei Standardisierung, Qualitätssicherung und regulatorischer Anerkennung intensiv beleuchtet.
Europäische Kooperation für die Forschung von morgen
Das INFOGUT-Netzwerk, gefördert durch das europäische COST-Programm (CA23110), vereint Forschende aus zahlreichen Ländern. Ziel ist es, gemeinsame Standards und innovative Strategien zu schaffen, um die Darmmikrobiomforschung effizienter, reproduzierbarer und nachhaltiger zu gestalten.
Mit der erfolgreichen Ausrichtung des 2. INFOGUT Annual Meetings hat die Freie Universität Berlin ihre Rolle als Schnittstelle zwischen Tierernährung, Mikrobiologie und Gesundheitswissenschaften weiter gestärkt.
