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„Pferdeinternisten sind wie Detektive, nur mit Heu im Wartezimmer“

Dr. Phebe de Heus

Dr. Phebe de Heus
Bildquelle: Melanie Hansen 

News vom 17.07.2026

Nach ihrem Veterinärmedizinstudium in den Niederlanden arbeitete Dr. Phebe de Heus zwölf Jahre an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Als Spezialistin für Innere Medizin mit besonderem Herzblut für die Kardiologie forschte, lehrte und behandelte sie Pferde. Seit dem 1. Juni 2026 verstärkt Dr.de Heus den Fachbereich Veterinärmedizin der FU Berlin. Sie bringt eine innovative Therapie mit, die bisher nur wenige Pferdekliniken in Europa anbieten.

Für Dr. Phebe de Heus ist die Innere Medizin vor allem Detektivarbeit. „Als Pferdeinternistin fühle ich mich wie eine Detektivin, nur mit Heu im Wartezimmer“, sagt die gebürtige Niederländerin. „Ich kann neugierig sein, Zusammenhänge aufdecken und herausfinden, was hinter den Symptomen steckt. Genau das macht mir an meiner Arbeit besonders Spaß. “

Infektionskrankheiten und Herzrythmusstörungen bei Pferden

Neben ihren Interesse an Infektionskrankheiten führte diese Neugier sie zu einer Spezialisierung, die Präzision, Forschung und klinische Erfahrung vereint: Sie behandelt Herzrhythmusstörungen bei Pferden.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist das Vorhofflimmern, eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen bei Pferden. Hier setzt sie die sogenannte Transvenöse Elektrische Kardioversion (TVEC) ein. Unter Narkose schiebt sie spezielle Katheter über die Halsvene bis zum Herzen vor. Gezielte elektrische Impulse stellen dort den normalen Herzrhythmus wieder her.

Warum dieser Eingriff nötig ist, erklärt Dr. de Heus: „Die Brustwand des Pferdes ist zu dick, und der Herzmuskel liegt zu tief, als dass ein Schock von außen – etwa wie beim Menschen durch einen Defibrillator – wirken könnte. “ Anders als bei der Defibrillation erfolgt die Behandlung direkt am Herzen. Die TVEC-Therapie bieten bislang nur wenige spezialisierte Zentren in Europa an. Mit Dr. de Heus' Expertise könnte die Klinik für Pferde des Fachbereichs Veterinärmedizin bald zu den ersten Einrichtungen gehören, die dieses Verfahren durchführen.

An ihrer neuen Aufgabe schätzt die Internistin besonders die Möglichkeiten einer Universitätsklinik: „Ich arbeite sehr gerne an der Universität. Hier kann ich forschen, lehren und habe gleichzeitig über die Klinik direkten Kontakt zu den Pferden. “ (mha) 

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