Springe direkt zu Inhalt

Geschichte

Die Sammlung der Gurltschen Präparate am Institut für Veterinär-Anatomie

Am Institut für Veterinär-Anatomie der Freien Universität Berlin befinden sich die Exponate der Gurltschen Sammlung. Diese historische Sammlung umfasst 143 Skelette und 105 in Alkohol konservierte Präparate.

Hintergrund und Geschichte der Sammlung

Die Sammlung der „Königlichen Thierarzneischule zu Berlin“ wurde bereits 1790 mit der Gründung der Schule angestrebt. Prof. Sick und Prof. Reckleben betreuten die Sammlung, die 1817 aus 561 Präparaten bestand. Ernst Friedrich Gurlt, der ab 1819 an der Berliner Tierarzneischule die Anatomie der Haustiere lehrte, übernahm die Verantwortung für diese anatomische Sammlung und erweiterte sie während seiner Tätigkeit erheblich. Dabei legte er den Schwerpunkt der Sammlung auf Fehlbildungen, da sein besonderes Interesse der Teratologie galt.

Neben der anatomischen Lehre übernahm Gurlt später auch Lehrveranstaltungen zur pathologischen Anatomie und wurde 1825 zum Oberlehrer sowie 1827 zum Professor ernannt. 1849 erfolgte seine Ernennung zum technisch-wissenschaftlichen Direktor und Geheimen Medizinalrat.

Katalog und Zerstörung

Gurlt katalogisierte jedes Präparat sorgfältig und beschrieb besonders interessante Exemplare ausführlich in seinem „Lehrbuch der pathologischen Anatomie“ und im „Magazin für die gesamte Thierheilkunde“. 1838 erschien der erste „Katalog des zootomischen Museums der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin“, der alle Präparate nummeriert und kurz beschrieben enthielt. Unter den beschriebenen Exponaten befand sich auch das Skelett von Condé, dem Leibreitpferd Friedrich des Großen.

Bis 1870 wurden mehrere Erweiterungen dieses Katalogs veröffentlicht und die Sammlung wuchs auf 6418 Präparate an. Nach Gurlts Ruhestand 1870 und unter seinem Nachfolger Carl Friedrich Müller wurde die Sammlung verkleinert. Ein großer Teil der Sammlung fiel 1945 einem Brand zum Opfer.

Erhalt und Präsentation

Der erhaltene Teil der Gurltschen Sammlung ist heute Teil der Veterinäranatomischen Lehrsammlung am Institut für Veterinär-Anatomie.

Eine Besichtigung der Exponate ist auf Anfrage möglich.

Kontakt