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Versand von Tiefgefriersamen

Dryshipper

Dryshipper

Der Versand des tiefgekühlten Samens muss in Spezialbehältern für Flüssigstickstoff erfolgen, um konstant niedrige Temperaturen zu garantieren.

Aufbau von Transportcontainern

Anders als die Tanks der Samenbank, haben Transportcontainer (so genannte Dryshipper) Vorrichtungen, die den Stickstoff schwammartig aufsaugen. Der Samen wird nur im Stickstoffdampf gelagert. Die Vorrichtungen sind erforderlich, damit Dryshipper keine Gefahr für das Transportpersonal darstellen, falls er umkippen sollte. Da keine größeren Mengen Stickstoff auslaufen können, welche zu Erfrierungen und zum Ersticken führen könnten, gelten Dryshipper nicht als Gefahrgut (IATA A152). Dennoch müssen sie immer stehend transportiert werden und die Räumlichkeiten und Fahrzeuge müssen gut belüftet sein.

Arten von Transportcontainern

Kleine Dryshipper wie der Cryocube oder Cryodrum halten die Temperatur für ca. 3 Tage konstant. Sie können für kleine Distanzen verwendet werden, beispielsweise innerhalb Europas. Sie wiegen ca. 4 bis 5 kg, sind für den einmaligen Gebrauch konzipiert und der Kaufpreis beträgt ca. 200 Euro. Vorteilhaft ist, dass nur ein Transportweg gezahlt werden muss. Falls es aufgrund des Transports, des Zolls oder durch Nachfragen von Veterinärbehörden zu Verzögerungen kommt, kann der Samen jedoch warm und damit zerstört werden.

Große Dryshipper halten die Temperatur für ca. 20 Tage oder mehr konstant und eignen sich daher für größere Distanzen auch als Economy Fracht. Aufgrund der Größe dieser Behälter (meist ca 30x30x60cm) und des Gewichts von ca. 13 bis 15 kg (einschließlich Umverpackung) sind die Versandkosten teils beachtlich. Anhand dieser Angaben sowie der Versender- und Empfängeradresse können Sie auf den Websiten der Transportunternehmen Preisauskünfte einholen (Expressversand ist in der Regel nicht erforderlich). Zu beachten ist, dass der Transportcontainer hin und zurück gesendet werden muss und dass eine Miete  für das Ausleihen des Transportcontainers (ca. 10 Euro pro Tag) anfällt.

Versandorganisation

Damit der Versand erfolgreich klappt, ist eine sehr gute Kommunikation zwischen Züchtern und beteiligten Samenbanken wichtig. Falls Sie nach einer Praxis oder Klinik suchen, die diese Services anbietet, empfiehlt sich die ReproVetMap der EVSSAR (www.evssar.org). Je nach beteiligten Staaten gibt es ggf. besondere Importbestimmungen, die im Vorfeld beachtet werden müssen. Wichtig sind auch Dokumente zur Besitzübertragung sowie die Einfrier- und Auftauprotokolle. 

Üblicherweise sendet die Samenbank, die den Samen erhalten soll, einen leeren Tank los. Dieser wird dann von der sendenden Samenbank kontrolliert und mmit dem Samen versehen zurückgeschickt. Ggf. lassen sich auch Sammeltransporte organisieren.

Sobald der Samen am Zielort angekommen ist, sollte er in die dortige Samenbank eingelagert werden. Eine Besamung kann umgehend oder viele Jahre später erfolgen.