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Leitlinien für reproduktionsmedizinische Dienstleistungen

Stand: 03.02.2021

In unserer reproduktionsmedizinischen Sprechstunde bieten wir spezielle Dienstleistungen an, welche unter anderem gynäkologische und andrologische Untersuchungen, Samenkonservierung und Samenübertragungen umfassen.

Als Tierärztinnen und Tierärzte sind wir verpflichtet, die Zucht von Tieren nur zu unterstützen, wenn diese nach medizinischen Aspekten für die Zucht geeignet sind. Tiere, welche selbst anatomische Deformationen oder psychische Merkmale aufweisen, welche mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind, oder bei denen zu erwarten ist, dass Nachkommen unter Problemen leiden werden, welche mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind, sind von der Zucht auszuschließen. Beispiele sind Nackthunde und -katzen sowie angeborene Defekte wie Nabelbrüche (Hernia umbilicalis) oder andere Hernien und Kryptorchismus.

Zudem können wir Zuchtpläne nicht unterstützen, wenn ein erhöhtes Risiko für Geburtsstörungen oder andere Belastungen von Elterntieren oder Nachkommen zu erwarten ist.

Die tiermedizinische Notversorgung im Rahmen von Notfällen wie zum Beispiel Geburtshilfe und neonatologische Notfälle sind von diesen Beschränkungen natürlich ausgeschlossen.

Eine generelle Listung von Rassen, bei denen wir Dienstleistungen ablehnen, halten wir nicht für sinnvoll, da wir weiterhin den Dialog mit den (Hobby-) Züchtern beibehalten und für Aufklärung sorgen wollen und es innerhalb der Rassen gesündere und weniger gesunde Zuchtlinien und – Bestrebungen gibt.

Diese Leitlinien geben vor, welche Voraussetzungen Tiere erfüllen müssen, damit wir als Arbeitsgruppe die Zucht aktiv unterstützen können. Sie beziehen sich im Folgenden vielfach auf brachycephale Hunde, im Hinblick auf das Brachycephalen-Syndrom (auch BOAS). Diese Einschränkungen können für Leistungen wie Deckterminbestimmungen, Samengewinnungen und Samenübertragungen gelten.

Wir können zucht-unterstützende Maßnahmen nicht anbieten, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

-          Abnormale Atemgeräusche in Ruhe und unter Anstrengung (Grad II/III), (siehe auch: Grading)

-          Mittelgradig oder stark stenotische Nasenlöcher (siehe auch: Boas Schema )

-          Eine relative Nasenlänge von unter 30% der Schädellänge (siehe auch: FECAVA)