Weichteilchirurgie
Die Weichteilchirurgie umfasst ein breites Spektrum chirurgischer Erkrankungen des Pferdes – von akuten Erkrankungen des Bauchraums bis hin zu geplanten Eingriffen am Urogenitaltrakt, im Brustkorb oder an den oberen Atemwegen. Je nach Erkrankung und Patient kommen sowohl konventionelle als auch minimalinvasive Operationstechniken zum Einsatz.
Abdominalchirurgie
Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Chirurgie des Bauchraums. Hierzu gehört insbesondere die operative Behandlung von Kolikerkrankungen, beispielsweise bei Verlagerungen, Einklemmungen oder Verschlüssen des Darms.
Gerade bei akuten Kolikpatienten ist eine schnelle und sorgfältige Entscheidung darüber entscheidend, ob eine konservative Behandlung möglich ist oder ein chirurgischer Eingriff erforderlich wird. Während der Operation können die betroffenen Darmabschnitte beurteilt, ihre normale Lage wiederhergestellt und – falls erforderlich – nicht mehr lebensfähige Darmanteile entfernt werden.
Neben der Notfallchirurgie führen wir auch geplante Eingriffe im Bauchraum durch.
Minimalinvasive Chirurgie
Viele Eingriffe können heute minimalinvasiv durchgeführt werden. Bei der Laparoskopie erfolgt der Zugang zum Bauchraum über kleine Zugänge, über die eine Kamera und spezielle Instrumente eingebracht werden. Auf diese Weise können verschiedene Erkrankungen diagnostiziert und behandelt werden, ohne dass ein großer chirurgischer Zugang erforderlich ist.
Die Laparoskopie kommt beispielsweise bei ausgewählten Eingriffen an den inneren Geschlechtsorganen, bei bestimmten Formen des Kryptorchismus sowie bei weiteren Erkrankungen des Bauchraums zum Einsatz.
Nach einem ähnlichen Prinzip ermöglicht die Thorakoskopie eine minimalinvasive Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen innerhalb des Brustkorbs.
Wo es die Erkrankung und die Sicherheit des Patienten erlauben, können ausgewählte minimalinvasive Eingriffe auch am stehenden, sedierten Pferd durchgeführt werden.
Urogenitalchirurgie
Die Urogenitalchirurgie umfasst operative Erkrankungen der Harn- und Geschlechtsorgane. Dazu gehören unter anderem Eingriffe an Blase und Harnwegen sowie verschiedene Erkrankungen der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane.
Je nach Erkrankung können konventionelle oder minimalinvasive Operationstechniken eingesetzt werden. Ziel ist es, den Eingriff möglichst gezielt und gewebeschonend durchzuführen und gleichzeitig eine sichere Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung zu gewährleisten.
Kehlkopf- und Atemwegschirurgie
Ein weiterer spezialisierter Bereich ist die Chirurgie des Kehlkopfes und der oberen Atemwege. Erkrankungen in diesem Bereich können die Atmung und insbesondere bei Sportpferden auch die Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen.
Abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung stehen verschiedene operative Verfahren zur Verfügung. Ein Teil dieser Eingriffe kann minimalinvasiv oder am stehenden Pferd durchgeführt werden. Die Wahl des geeigneten Verfahrens erfolgt individuell auf Grundlage der klinischen und endoskopischen Befunde sowie der Nutzung des Pferdes.
Unser Ziel ist es, für jeden Patienten das geeignete und möglichst gewebeschonende Operationsverfahren auszuwählen und dabei moderne konventionelle und minimalinvasive Techniken sinnvoll miteinander zu verbinden.