Mein Pferd ist lahm – was ist zu tun?
Eine Lahmheit kann plötzlich auftreten oder sich über einen längeren Zeitraum entwickeln und ganz unterschiedliche Ursachen haben. Sie ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass Ihr Pferd Schmerzen oder eine Funktionsstörung im Bereich des Bewegungsapparates hat. Eine frühzeitige und gezielte Abklärung ist daher sinnvoll – insbesondere bei deutlichen, wiederkehrenden oder länger bestehenden Lahmheiten.
Bei einer akut hochgradigen Lahmheit, wenn Ihr Pferd eine Gliedmaße kaum oder gar nicht belastet, eine deutliche Schwellung oder Verletzung vorliegt oder der Verdacht auf eine Fraktur besteht, sollten Sie Ihr Pferd möglichst wenig bewegen und umgehend tierärztlichen Rat einholen. Für solche Fälle steht Ihnen unser Team rund um die Uhr zur Verfügung.
Wie läuft eine Lahmheitsuntersuchung ab?
Am Anfang steht eine ausführliche klinische und orthopädische Untersuchung. Dabei beurteilen wir Ihr Pferd je nach Fragestellung im Stand und in der Bewegung, auf unterschiedlichen Untergründen und gegebenenfalls unter Belastung. Eine objektive Bewegungsanalyse mittels Lameness Locator oder Sleip-App kann zusätzlich helfen, auch geringgradige Bewegungsasymmetrien zu erfassen und den Verlauf einer Lahmheit objektiv zu beurteilen.
Nicht immer lässt sich allein anhand des Gangbildes eindeutig feststellen, welche anatomische Struktur die Schmerzen verursacht. In diesen Fällen können diagnostische Anästhesien – sogenannte Leitungs- oder Gelenksanästhesien – erforderlich sein. Dabei werden gezielt einzelne Nerven beziehungsweise Gelenke oder andere anatomische Regionen vorübergehend örtlich betäubt. Verbessert sich die Lahmheit anschließend deutlich oder verschwindet sie, lässt sich die schmerzhafte Region schrittweise eingrenzen.
Diese Lokalisation der Lahmheitsursache ist eine wichtige Voraussetzung für eine gezielte weiterführende Bildgebung. Denn erst wenn bekannt ist, in welchem Bereich die Ursache wahrscheinlich liegt, können die dort relevanten Knochen, Gelenke, Sehnen oder Bänder gezielt untersucht und das jeweils geeignete bildgebende Verfahren ausgewählt werden.
Je nach Fragestellung stehen uns hierfür digitales Röntgen, hochauflösende Sonographie, Computertomographie und Szintigraphie zur Verfügung. Bei speziellen Fragestellungen können zusätzlich minimalinvasive diagnostische Verfahren wie Arthroskopie, Tenovaginoskopie oder Bursoskopie eingesetzt werden.
Auf diese Weise folgt die Lahmheitsdiagnostik einem strukturierten Ablauf: Zunächst wird die Lahmheit klinisch beurteilt, anschließend bei Bedarf die schmerzhafte Region durch diagnostische Anästhesien lokalisiert und darauf aufbauend gezielt bildgebend untersucht. Unser Ziel ist es, die Ursache der Lahmheit möglichst präzise zu identifizieren und gemeinsam mit Ihnen ein individuell auf Ihr Pferd abgestimmtes Behandlungskonzept zu entwickeln.
Was sollten Sie zum Termin mitbringen?
Wenn Ihr Pferd bereits tierärztlich untersucht wurde, senden Sie uns vorhandene Röntgenbilder, Untersuchungsberichte und weitere Vorbefunde gerne bereits vor dem Termin zu. So können wir die Untersuchung optimal vorbereiten und unnötige Wiederholungsuntersuchungen möglichst vermeiden.
Bei Fragen oder wenn Sie unsicher sind, wie dringend Ihr Pferd untersucht werden sollte, rufen Sie uns gerne an. Wir beraten Sie zum weiteren Vorgehen und vereinbaren bei Bedarf einen Termin zur orthopädischen Untersuchung