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Forschungsprojekte

Als Tierärzte und Tierärztinnen ist es uns ein großes Anliegen, dem Tierschutz in der Forschung Rechnung zu tragen. Entsprechend dem 3R-Konzept (Replace, Reduce, Refine) widmen wir unsere Forschungsarbeit dem Ziel, Tierversuche zu ersetzen (Replace), die Anzahl der Tiere für die biomedizinische Forschung zu verringern (Reduce) und die Versuchsanordnung im Tierversuch zum Wohle der Versuchstiere zu verfeinern (Refine).

In unserer Arbeitsgruppe werden in vitro Modelle der Angiogenese etabliert, um die Neubildung von Blutgefäßen zu untersuchen. Komplexe Vorgänge können in vitro in Einzelschritte zerlegt und alle Phasen der Angiogenese einschließlich der Bildung lumenisierter Strukturen und der Beteiligung endothelialer Progenitorzellen analysiert werden.

Ein weiterer Fokus liegt in der detaillierten Untersuchung der Anatomie des Minipigs, eines wichtigen Großtiermodells in der biomedizinischen Forschung, um spezielle Anfragen experimenteller Operateure zu anatomischen Besonderheiten zu beantworten und so einen Beitrag zum Refinement von Tierversuchen zu leisten.

Zwei weitere wichtige Projekte, die im Bereich Tierwohl bzw. 3R anzusiedeln sind, werden im Folgenden genauer beschrieben:


Integhof - Geflügelhaltung neu strukturiert

Integration von Mast und Eierproduktion bei Einsatz des Zweinutzungshuhns als Maßnahme zum Tierschutz

 

Mittelgeber: Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft

Projektlaufzeit: 01.01.2016 bis 31.03.2019

Partner: Tierärztliche Hochschule Hannover, Fachbereich Veterinärmedizin der FU Berlin, Institut für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich-Loeffler-Instituts in Celle, Georg-August-Universität Göttingen, Universität Hohenheim, Leibniz-Institut für Nutztierbiologie, Boehringer Ingelheim, Veterinary Research Center, Lohmann Tierzucht, Big Dutchman, SocialLab Deutschland

Projektbeschreibung: Der Arbeitsauftrag des Verbundprojektes ist, die Eignung des Zweinutzungshuhns als mögliche Alternative zu konventionellen Genotypen für die Mast und Eierproduktion multidisziplinär aus Sicht der Tiergesundheit und des Tierwohles, des Umwelt- und Verbraucherschutzes aber auch der Wirtschaftlichkeit und Verbraucherakzeptanz zu untersuchen. Durch die Nutzung von Hahn und Henne in diesem neuartigen „Integhof“-Konzept soll die bisher üblichen Tötung der männlichen Legehybridküken vermieden werden.

Aufgabe des Instituts für Veterinär-Anatomie ist die vergleichende anatomisch-histologische Untersuchung des Gastrointestinaltrakts und Skeletts von männlichen Tieren des Zweinutzungshuhns im Vergleich zu männlichen Tieren einer Mastlinie.

Projektleitung des anatomischen Teils: Univ.-Prof. Dr. Johanna Plendl und Dr. Salah Al Masri, Institut für Veterinär-Anatomie, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin

    



SimulRATor

Systematische Evaluierung von Simulatoren der Ratte und Maus und erstmalige Anfertigung neuer Prototypen mittels 3D-Drucktechnik

als

Alternativ- und Ergänzungsmethode zum Tierversuch


Mittelgeber: Deutsches Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R)

Projektlaufzeit: 01.12.2017 bis 01.12.2019

Partner: Institut für Veterinär-Anatomie; Institut für Tierschutz, Tierverhalten und Versuchstierkunde; Institut für Veterinär-Epidemiologie und Biometrie (alle vom Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin)

Projektbeschreibung: Personen, die Tierversuche durchführen, müssen in speziellen tierversuchskundlichen Kursen den tierschutzgerechten Umgang mit Versuchstieren erlernen. Wesentlicher Bestandteil dieser Ausbildung ist die Übung am lebenden Tier, in den allermeisten Fällen Mäusen und Ratten. Da es sich bei den Teilnehmern der Kurse um ungeübte oder fachfremde Personen handeln kann, können Simulatoren eingesetzt werden, um die Belastung der Tiere im Sinne des Tierschutzgesetzes zu reduzieren. Die derzeit erhältlichen Simulatoren sind jedoch aus unterschiedlichen Gründen nur bedingt für den Einsatz in der Ausbildung geeignet.

Daher hat das vom Bf3R geförderte Projekt „SimulRATor“ das Ziel, alle derzeit erhältlichen Ratten- und Maussimulatoren aus Sicht der Leiter/innen und der Teilnehmer/innen von versuchstierkundlichen Kursen auf ihre praktische Eignung als Ergänzungsmethode im Sinne des 3R-Prinzips zu evaluieren. Darüber hinaus werden die Bedürfnisse und Anforderungen an einen neuen Simulator erfasst. Die Ergebnisse fließen in eine abschließende Anforderungsanalyse ein, auf deren Grundlage am Institut für Veterinär-Anatomie ein neuer kostengünstiger und aus anatomischer Sicht realistischer Simulator der Ratte mittels 3D-Drucktechnik erstellt wird.

Projektleitung: Prof. Dr. Johanna Plendl (Institut für Veterinär-Anatomie) und Prof. Dr. Christa Thöne-Reineke (Institut für Tierschutz, Tierverhalten und Versuchstierkunde).

Weiter Projektmitarbeiter: Giuliano Corte, Dr. Marcel Pfützner (beide vom Institut für Veterinär-Anatomie), Melanie Humpenöder, Dr. Mechthild Ladwig-Wiegard (beide vom Institut für Tierschutz, Tierverhalten und Versuchstierkunde) und PD Dr. Roswitha Merle (Institut für Veterinär-Epidemiologie und Biometrie).

Weiter Informationen finden Sie unter: www.simulrator.de