Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen (WE07)

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Adresse:

Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
14163 Berlin

Leitung:

Univ.-Prof. Dr. Lothar H. Wieler

Telefon:

+49 30 838 51840 / 51843

E-Mail:

mikrobiologie@vetmed.fu-berlin.de

Webseite:

www.vetmed.fu-berlin.de/einrichtungen/institute/we07

Kurzportrait

Das Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen (IMT) ist ein Forschungs- und Lehrinstitut, welches darüber hinaus mikrobiologische Dienstleitung für die universitären Einrichtungen (Tierkliniken, Tierpathologisches Institut) als auch für niedergelassene Tierärzte und Tierpathologen durchführt. Aufgrund der intensiven und international kompetitiven Forschungstätigkeiten im Bereich der Molekularen Pathogenese und Epidemiologie bakterieller Infektionskrankheiten wird das Dienstleistungsspektrum ständig optimiert. Schwerpunkt der Forschung ist die Aufklärung der molekularen Mechanismen, die intestinalen Infektionskrankheiten zugrunde liegen. Im Mittelpunkt stehen hier Infektionen mit verschiedenen Eschericha coli-Pathotypen (EHEC, EPEC, ETEC, EAEC) und Salmonellen, aber auch Pasteurella-, Mannheimia- und Erysipelothrix-Infektionen werden untersucht. Die Forschung wird sowohl anhand relevanter Tiermodelle (Hühner- und Schweine-Infektionsmodelle) als auch in vitro in zellbiologischen Experimenten durchgeführt. Zwar steht hierbei die molekularen Eigenschaften der bakteriellen Pathogene im Mittelpunkt, jedoch wird auch die Beteiligung der Wirtsseite analysiert, hier insbesondere die Interaktion mit Faktoren der angeborenen Immunität (Makrophagen, NOD-Rezeptoren). Einen weiteren Schwerpunkt macht die molekulare Epidemiologie aus. Durch die Etablierung und den Einsatz molekularer Typisierungsmethoden gelingt nicht nur die Analyse von Ausbrüchen, z.B. im Rahmen von nosokomialen Infektionen, sondern darüber hinaus nutzen die Wissenschaftler des IMT DNA-Sequenzdaten zur Identifizierung mikroevolutionärer Vorgänge. Dies ist besonders wichtig im Hinblick auf die Evolution von Pathogenitätsmechanismen und die Entwicklung der Resistenz gegenüber Antibiotika. So wird der letzte Schwerpunkt, die Erforschung multiresistenter Bakterien (z.B. Methizillin-resistente Staphylokokken (MRS), Extended-ß-Laktamase- (ESBL-) bildende Enterobakterien, multiresistente Acinetobacter baumanii), zunehmend an Bedeutung gewinnen. In der Lehre vertritt das IMT zwei Lehrstühle, zum einen die Fächer Bakteriologie und Mykologie und zum anderen die Fächer Tierseuchenbekämpfung und Infektionsepidemiologie. Die sich daraus ergebende umfangreiche Lehr- und Prüfungstätigkeit spiegelt sich neben dem Kerncurriculum in einer Vielzahl von Wahlpflicht-Angeboten wider. Hier reichen die Themen von der Molekularen Pathogenese bakterieller Infektionskrankheiten und das Vorkommen und die Bedeutung exotischer Zoonosen über das Verständnis und den Einsatz von Impfstoffen bis hin zu Themen wie dem „Prudent Use“ von Antibiotika oder die angewandte Infektionsepidemiologie.

Die genannten Tätigkeiten finden ihren Ausdruck in vier Arbeitsgruppen, die im IMT etabliert sind:

    • AG Infektionsdiagnostik und molekulare Epidemiologie (IME)
      Diese AG erbringt mikrobiologische Dienstleistungen im Bereich der Infektions- und Erregerdiagnostik und erforscht die molekulare Epidemiologie und Resistenz mikrobieller Infektionserreger.
    • AG Interdisziplinäre Zoonosenforschung (IZF)
      Hier werden molekulare Methoden zur Typisierung von Zoonoseerregern und etabliert und angewendet und die AG erforscht Grundlagen der Wirtsspezifität von Zoonoseerregern.
    • AG Intestinale zelluläre Mikrobiologie (IZM)
      Der Schwerpunkt dieser AG liegt auf der Erforschung der molekularen Interaktion zwischen Infektionserregern sowie Probiotika und dem Darmepithel. Hier stehen Wirkungsmechanismen von Probiotika beim Schwein sowie die molekulare Pathogenese von Infektionen mit Salmonella enterica enterica Serovaren im Mittelpunkt.
    • AG Infektionsbiologie und Phylogenie bakterieller Pathogene (IPP)
      Wichtigste Ziele dieser AG sind die Aufklärung der molekularen Epidemiologie, Pathogenese und Mikroevolution Gram-negativer Infektionserreger, insbesondere extraintestinaler pathogener E. coli (ExPEC).

Lehre

Das Institut bietet neben den obligaten Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Seminare und praktische Kurse) für sowohl allgemeine und spezielle Mikrobiologie und Mykologie als auch allgemeine und spezielle Infektions- und Seuchenlehre und Tierseuchenbekämpfung und Infektionsepidemiologie auch zahlreiche Wahlpflichtkurse (WPV) und die Möglichkeit Praktika zu absolvieren. Der jährlich angebotene Mikrobiologische Kursus wird zudem von dem E-Learning-Programm "e-mibi" ergänzt und eröffnet den Studierenden eine spannende Möglichkeit die Welt der Bakterien zu entdecken. Im Rahmen der WPV wird den Studenten u.a. die einmalige Möglichkeit geboten, im Zuge eines interaktiven Tierseuchenbekämpfungstrainings das Vorgehen in Krisenzentren und den Umgang mit dem geographischen Verwaltungsprogramm TSN (Tierseuchennachrichtensystem) zu erlernen. Weitere Schwerpunkte der graduierten- und postgraduierten Ausbildung ist der sorgfältige Einsatz von Antibiotika, und die Entwicklung von Resistenzen gegen Antibiotika.

Des Weiteren besteht eine intensive Zusammenarbeit und Vernetzung des Institutes mit verschiedenen, nationalen und internationalen, akademischen und nicht-akademischen Forschungs- und Graduiertenprogrammen. Dies ermöglicht vor allem Doktoranden und PhD-Studenten die Möglichkeit einer hochrangigen Aus- und Weiterbildung unter hochqualifizierter Betreuung an unserem Institut.

Forschung und Wissenschaft

Link zu den aktuellen Projekten in der PubDB

Externe Dienstleistungen

    • Mikrobiologische Diagnostik:
      Das Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen führt mikrobiologische Untersuchungen für die wissenschaftlichen Einrichtungen des Fachbereiches Veterinärmedizin sowie für niedergelassene Tierärzte und tierärztliche Kliniken sowie Pathologen durch.
    • Konsiliarlabor für nosokomiale Infektionen in der Veterinärmedizin:
      Das Konsiliarlabor für nosokomiale Infektionen in der Veterinärmedizin des Instituts für Mikrobiologie und Tierseuchen bietet Tierärzten und Tierhaltern (Tierzucht, Tierheime) ein umfassendes Aufklärungs- und Beratungsangebot über nosokomiale Infektionskrankheiten sowie deren Bekämpfung und Vermeidung.