Zahnbehandlung

Zahnsprechstunde
Zahnsprechstunde

Inhalt


Tierzahnheilkunde

Frau Dr. Bärbel Rühe hat sich auf die Behandlung von Zahn-, Maul- und Kiefererkrankungen bei Hunden und Katzen spezialisiert. Sie verfügt aufgrund ihrer Ausbildung und langjährigen Erfahrung sowohl im Bereich der Tier- als auch Humanzahnmedizin (zahntechnische Ausbildung, Studium der Zahn- und Tiermedizin FU Berlin, Promotion an der Klinik für kleine Haustiere FU Berlin, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Charité, Campus Virchow Klinikum) über besondere Kenntnisse in diesem Bereich.


Spektrum

Prophylaxe

Die Gesundheit der Zähne und der angrenzenden Gewebe trägt wesentlich zum Wohlbefinden bei Hund und Katze bei. Die häufigsten Erkrankungen in der Maulhöhle stellen Parodontopathien dar, welche durch bakteriellen Zahnbelag (Plaque) hervorgerufen werden. Durch angemessene Maulhygiene, bestehend aus professioneller Zahnreinigung und "dental homecare" können diese Erkrankungen, die sowohl die Zahn- als auch allgemeine Gesundheit beeinträchtigen, vermieden werden.

Sinn der "dental homecare" ist es, im Anschluss an eine professionelle Zahnreinigung unter Narkose eine erneute Ansammlung von  Zahnbelägen (Plaque, Zahnstein) zu verhindern oder zumindest zu minimieren. Zähneputzen stellt dabei die effektivste Methode dar, wobei dieses idealerweise täglich erfolgen sollte. Alternativ oder in Kombination zum Zähneputzen können Hund und Katze spezielle Zahndiäten mit mechanischem Zahnreinigungseffekt oder spezielle Zahnpflegeprodukte in Form von Kaustreifen, -knochen etc. angeboten werden.

Ein weiteres Ziel der regelmäßigen Prophylaxe ist das frühzeitige Erkennen von krankhaften Veränderungen an Zähnen und Zahnfleisch sowie das Einleiten notwendiger Behandlungsschritte.

Parodontologie

Ziel der Parodontologie ist die Gesunderhaltung des Zahnhalteapparates, bestehend aus Gingiva, Desmodont, Wurzelzement und Alveolarknochen.

Zahnverlust verursacht durch Parodontopathien ist bei Hund und Katze keine Seltenheit. Der Hauptgrund liegt im zu späten Erkennen der ersten Symptome wie Foetor ex ore, vermehrtem Speicheln oder Schwierigkeiten bei der Futteraufnahme. Die Parodontitis ist eine fortschreitende Entzündung des Zahnhalteapparates, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Sie stellt eine ernstzunehmende Erkrankung dar, welche unbehandelt zu Zahnlockerung und in der Folge auch zu Zahnverlust führt. Darüberhinaus kann sie schwerwiegende Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit haben. Es gibt viele Organsysteme, die von einer chronischen Parodontitis in Mitleidenschaft gezogen werden: nicht nur Herz, Leber, Niere sind betroffen, auch das Immunsystem und der Bewegungsapparat können Schaden nehmen.

Von entscheidender Bedeutung für die Zahn- als auch Allgemeingesundheit ist das frühzeitige Erkennen parodontaler Erkrankungen mithilfe geeigneter Diagnostika. Klinisch wird die Taschentiefe mittels Parodontalsonde gemessen, die Plaque- und Zahnsteinakkumulation bestimmt, der Gingiva-Index erhoben sowie evtl. auftretender Furkationsbefall bzw. Zahnlockerung untersucht. Das intraorale dentale Röntgen stellt ein weiteres wichtiges Diagnostikum in der Parodontologie dar. Hierüber lassen sich sowohl Aussagen über das   Ausmaß als auch die Lokalisation der marginalen Knochendestruktionen machen. Weiterhin erlaubt die radiologische Untersuchung, die Art des Knochenabbaus (horizontal/ vertikal) zu beurteilen. Optimalerweise erfolgt diese Befundung (parodontales Staging) für jeden einzelnen Zahn.

Das Konzept einer umfassenden Parodontaltherapie beinhaltet eine mechanisch-instrumentelle Therapie (Scaling/ Kürettage/ Root planing/ Zahnpolitur) zur Entfernung von Zahnbelägen an Zahnkrone und -wurzel. Dieses erfolgt in Abhängigkeit vom Schweregrad der Parodontopathie als alleinige Maßnahme oder in Kombination mit einer pharmakologisch-medikamentellen Therapie (lokal/ systemisch). Bei Vorliegen von Zahnfleischtaschen kommt eine Gingivektomie/ Gingivoplastik zum Einsatz. Weiterhin unerlässlich für den Erhalt der parodontalen Gesundheit ist die "dental homecare" durch den Tierbesitzer, welche auf den Einzelfall abgestimmt werden muss. In regelmäßigen Recallsitzungen wird der Erfolg/ Mißerfolg der Behandlung reevaluiert und gegebenenfalls korrigiert.

Zahnerhaltung

In diesen Bereich gehören:

- Füllungstherapien

Zahnfrakturen bei Hund und Katze führen aufgrund der geringen Schmelzdicke sehr häufig zur Dentinwunden. Diese sollten aufgrund möglicher Schmerzhaftigkeit  sowie zum Schutz der Pulpa mittels geeigneter Füllungstherapie versorgt werden.

Im Gegensatz zum Menschen kommt Karies bei Katzen gar nicht und bei Hunden nur sehr selten vor. Beim Hund findet sich vor allem Fissuren- bzw. Grübchen-karies, wobei insbesondere der 1. Molar im Oberkiefer betroffen ist. Die  Behandlung eines betroffenen Zahnes besteht in der vollständigen Exkavierung der Karies und anschließender Füllungstherapie

Versiegelung von oberflächlichen Dentinwunden mitttels Lacken und Linern.

indirekte Überkappung zur Versorgung pulpennaher Dentinfrakturen. Pulpennahe  Bereiche werden mit einem Kalziumhydroxydpräparat abgedeckt, welches eine antibakterielle Wirkung aufweist und die Tertiärdentinbildung stimuliert. Im Anschluss wird der Defekt mit einer Unterfüllung und einer definitiven Deckfüllung  aus zahnfarbendem Kunststoff (Komposit, Glasionomerzement) versorgt.

direkte Überkappung als Sofortmaßnahme bei artifizieller Pulpaeröffnung mit   dem Ziel der Vitalerhaltung des betroffenen Zahnes sowie der Schaffung einer Hartgewebsbarriere zwischen Pulpa und Füllung. Das Vorgehen entspricht dem der indirekten Überkappung mit dem Unterschied, dass das Kalziumhydroxydpräparat direkt auf die Pulpa appliziert wird.

- Endodontie

Eine Wurzelkanalbehandlung muss dann durchgeführt werden, wenn eine Entzündung des Zahnnervs (Pulpitis) und die damit verbundenen Schmerzen irreversibel sind oder wenn das Gewebe des Zahnnervs bereits abgestorben ist. Ursache einer Pulpitis bei Hund und Katze stellen hauptsächlich traumatische Zahnfrakturen dar, bei der die Pulpa eröffnet wurde und der bakteriellen Besiedelung zugänglich ist. Das Ziel einer endodontischen Zahnbehandlung ist es, das gesamte Kanalsystem zu reinigen und auf Dauer hermetisch mit einer Wurzelkanalfüllung zu verschließen. Dabei werden vorhandene Mikroorganismen entfernt und das Eindringen weiterer Bakterien verhindert. Abschließend wird der  Zahn mit einer definitiven Füllung oder laborgefertigten Krone versorgt. Ein korrekt  mit einer Wurzelfüllung versorgter Zahn kann dauerhaft funktionsfähig bleiben.

- Vitalamputation

 Bei sehr zeitnaher Versorgung einer offen liegenden Pulpa kann mittels  Vitalamputation eine Vitalerhaltung des Zahnes angestrebt werden. Hierunter versteht man die Entfernung der freiliegenden Kronenpulpa  und die Abdeckung der Amputationswunde mit Calciumhydroxyd. Die  definitive Deckfüllung sorgt für einen hermetischen Abschluss des amputierten Pulpengewebes gegen die Maulhöhle. Dieses Vorgehen ist hauptsächlich bei Jungtieren mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum indiziert.

- Temporäre Schienung

Ebenso kann ein traumatischer Insult zu einer Subluxation, Luxation bzw. Avulsion von Zähnen führen. Hier stellt eine temporäre Schienung mittels Kompositbrücke sowie eine Endodontiebehandlung die Therapie der Wahl dar.    
Aufgrund der Gefahr von Wurzelresorptionen sind röntgenologische Verlaufskontrollen notwendig.

Prothetik

Die prothetische Versorgung eines Zahnes mit einer laborgefertigten Krone (Metall, Keramik) wird immer dann notwendig, wenn der Zahnerhalt mittels   konservierender Therapie nicht mehr möglich ist. Vor allem komplizierte Zahnfrakturen mit ausgedehnter Zerstörung der Zahnkrone stellen eine entsprechende Indikation dar. Insbesondere bei funktionell wichtigen Zähne wie den Fang- und Reißzähnen sollte eine mögliche Kronenversorgung gegenüber einer Extraktion favorisiert werden. Ein gesunder Zahnhalteapparat an dem prothetisch zu versorgenden Zahn ist absolute Voraussetzung für eine solche Maßnahme.

Kieferorthopädie

Kieferorthopädische Behandlungen beinhalten die Korrektur von Zahnfehlstellungen oder Missverhältnissen der Kiefergröße.

Sind bei der Katze relativ selten kieferorthopädische Probleme zu beobachten, so sind diese beim Hund keine Seltenheit. Insbesondere Fehlstellungen der unteren Fangzähne (Caninussteilstand) erfordern häufig eine Behandlung, da eine Abweichung der natürlichen Verzahnung in der Regel zu einer Traumatisierung des Oberkiefers oder der antagonistischen Zähne führt. Je nach Schweregrad der Zahnfehlstellung erfolgt die Therapie mit Hilfe von Dehnschrauben oder schiefen Ebenen.

Grundsätzlich werden bei uns kieferorthopädische Maßnahmen nur bei funktionellen Beeinträchtigungen vorgenommen und nicht aus kosmetischen Gründen.

Chirurgie

Zur Chirurgie zählen neben Zahnextraktionen und Wurzelspitzenresektionen Operationen sowohl an den knöchernen Strukturen als auch an den Weichgeweben der Maulhöhle.

- Zahnextraktionen

Diese Maßnahme stellt einen großen Bestandteil der tierzahnärztlichen Tätigkeit  dar, da viele Zähne aufgrund von fortgeschrittenen Läsionen nicht mehr erhaltungswürdig sind. Beim Hund sind es fortgeschrittene parodontale Schäden   sowie komplizierte Zahnfrakturen, die eine Extraktion notwendig machen. Auch persistierende Milchzähne, welche zu Fehlstellungen der bleibenden Zähne führen können, sollten extrahiert werden. Von dieser Problematik sind    insbesondere Hunde kleinerer Rassen betroffen.

Indikation zur Zahnextraktion bei Katzen stellen neben parodontalgeschädigten Zähnen solche mit schmerzhaften Läsionen im Bereich der Wurzel (Feline odontoklastische resorptive Läsionen, FORL) dar. Hierbei wird die Zahnhartsubstanz im Wurzelbereich durch aktivierte Körperzellen, den sog. Odontoklasten, aufgelöst. Die Ätiologie dieser Erkrankung ist trotz intensiver Forschungsarbeit bis heute nicht eindeutig geklärt. Neuere Untersuchungen deuten  auf Störungen der Calciumhomöostae als Hauptursache hin. Da zahnerhaltende Maßnahmen aufgrund des fortschreitenden Auflösungsprozesses nicht erfolgreich sind, müssen geschädigte Zähne extrahiert werden.

Wurzelspitzenresektionen

WSRs erfolgen in Kombination mit endodontischen Behandlungen um persistierende apikale Veränderungen zur Ausheilung zu bringen.

- Weichgewebs-OPs

Die Maulhöhle stellt die vierthäufigste Lokalisation für bösartige Tumoren bei   Hund und Katze dar, wobei das maligne Melanom, das Plattenepithelkarzinom und  das Fibrosarkom am häufigsten vorkommen. Mittels TNM-Schema werden die Tumoren klinisch eingeteilt, wobei die Tumorgröße, die Beteiligung regionaler Lymphknoten und das Vorliegen von Fernmetastasen berücksichtigt werden. Die  Durchführung einer Tumorbehandlung erfolgt nach zytologischer und  gegebenenfalls radiologischer Untersuchung um das Ausmaß der notwendigen Resektion zu definieren. Im Anschluss an die Operation erfolgt eine histopathologische Untersuchung um die zytologisch gestellte Diagnose abzusichern und prognostische Aussagen zu treffen. Alternativ oder in Kombination zur chirurgischen Entfernung können je nach Art des Tumors    Chemotherapeutika und Strahlentherapie zum Einsatz kommen.

Neben den zuvor genannten bösartigen Maulhöhlentumoren kommen insbesondere beim Hund auch benigne Umfangsvermehrungen (fibromatöse/   akanthomatöse Epulis, Gingivahyperplasie) vor. Bei zunehmender Größe der Tumoren kann es zu funktionellen Einschränkungen oder entzündlichen Veränderungen kommen, welche eine Resektion notwendig machen.

Ebenso stellen die Deckung oronasaler Fisteln und Lippen-, Kiefer-,Gaumenspalten weitere Aufgabengebiete der tierzahnärztlichen Chirurgie dar.

- Kieferchirurgie

Nach Unfällen sind Kieferfrakturen häufig. Diese können durch operative Fixation der Knochen mittels Cerclagen, Kunststoffschienungen oder -verblockungen und Plattenosteosynthese versorgt werden.

Ablauf

 Im Rahmen der klinischen Allgemeinuntersuchung wird sich ein Überblick über die Maulhöhlensituation des einzelnen Patienten verschafft. Besteht Behandlungsbedarf, so wird die Narkosefähigkeit des Tieres überprüft.

Diese Voruntersuchung erfolgt im Rahmen der Zahnsprechstunde, welche jeweils dienstags in der Zeit von 9:00 – 12:00 angeboten wird.


Eine detallierte Befundung der Maulhöhle sowie eine adäquate zahnmedizinische Behandlung werden unter Narkose durchgeführt. Dieses erfolgt in unserer Klinik mittels Inhalationsnarkose bei gleichzeitger Infusionstherapie und umfassender Überwachung des Kreislaufzustandes des Patienten. Normalerweise erfolgen diese Eingriffe ambulant, bei Risikopatienten, welche eine intensive postoperative Überwachung benötigen, wird ein stationärer Aufenthalt angeboten

Zahnsanierungen finden jeweils mittwochs und donnerstags in der Zeit von 9:00 – 14:00 Uhr statt.


Bitte vereinbaren Sie bei Interesse einen Termin unter der Telefonnummer 030/ 83862422 montags bis freitags in der Zeit von 9:00 -13:00 Uhr.


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