Lehrschmiede der Freien Universität Berlin

 

Vorbereitungslehrgang (VL)

Nach dem Einführungslehrgang und dem Berufspraktikum ist gemäß Hufbeschlagverordnung der Vorbereitungslehrgang über 4 Monate mit 640 Ausbildungsstunden an einer staatlich anerkannten Hufbeschlagschule vorgeschrieben. Der Lehrgang dient der Vertiefung und Festigung der bisher erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten im Huf- und Klauenbeschlag sowie der Vorbereitung auf die staatliche Prüfung. In mindestens 420 Stunden praktischem und 220 Stunden theoretischem Unterricht sollen folgende Themen vermittelt werden:

Praktisch:

  • Beurteilung des Tieres
  • Information des Tierhalters
  • Vorbereiten des Arbeitsablaufes
  • Abnahme des Huf- / Klauenschutzes
  • Zubereiten des Hufes / der Klaue zum Barhufgehen oder zum Hufschutz
  • Auswahl geeigneter Huf- / Klauenschutzmaterialien
  • Bearbeiten, Anpassen und Befestigen der Schutzmaterialien
  • Spezielle Versorgung von Fohlen, unregelmäßigen Hufen, bei unregelmäßiger Gliedmaßenstellung und –führung, zu besonderen Gebrauchszwecken und von erkrankten Hufen in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt
  • Anwendung von Pflegemitteln
  • Schmieden von Hufeisen       
  • Klauenbeschlag an Rindern oder Präparaten

Theoretisch:

  • Evolution und Verhalten der Tiere, insbesondere des Pferdes
  • Ansprüche der Tiere an Haltung und Fütterung
  • Allgemeine Kenntnisse der Anatomie und Physiologie der Tiere und der Gliedmaßen
  • Kenntnisse zu regelmäßigen und unregelmäßigen Hufen im gesunden und durch Erkrankung veränderten Zustand
  • Gliedmaßenstellung und Gliedmaßenführung
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Pflege der beschlagenen und unbeschlagenen Hufe
  • Wechselwirkung zwischen Hufbeschlag und Gebrauchszweck
  • Besonderheiten des Hufschutzes bei Fohlen
  • Umgang mit schwierigen Pferden
  • Maßnahmen der ersten Hilfe beim Tier
  • Beratung und Information des Tierhalters
  • Betriebsgründung und -führung
  • Recht (Tierschutz, Tierseuchen, Umweltschutz, Steuer, Versicherung, Haftung, Arbeit, Arzneimittel)

An der Hufbeschlagschule Berlin werden pro Jahr zwei Vorbereitungslehrgänge mit anschließender Prüfung angeboten, von Oktober bis Februar und von Februar bis Juni. Die Kursgebühren betragen 3.500 Euro. Arbeitsproben als praktische Aufnahmevoraussetzung sind jeweils in der Zeit von 27. bis 29. Dezember und in der zweiten Junihälfte vorgesehen.

Zulassungsvoraussetzungen:

  • Abgeschlossener Beruf
  • Einführungslehrgang
  • 2 Jahre praktische Tätigkeit, sozialversichert und in Vollzeit, bei einem staatlich anerkannten Hufbeschlagschmied, der mindestens 3 Jahre selbstständig sein Gewerbe betreibt (Praktikumsnachweis Hufbeschlag)

Ausnahme: Berufabschluss im Bereich Pferdehaltung → Verkürzung auf bis zu 1 Jahr

  • Vorschmieden / Arbeitsprobe

Bewerbungsunterlagen:

  1. Schriftliche Bewerbung mit Foto und Lebenslauf
  2. Zeugnis über Berufsabschluss / Berufsurkunde
  3. Nachweis über Einführungslehrgang
  4. Nachweis der 2-jährigen Berufspraxis (Praktikumsnachweis Hufbeschlag)
  5. Anerkennungsurkunde des Hufbeschlagschmiedes als Arbeitgeber
  6. Gewerbenachweis des Hufbeschlagschmiedes als Arbeitgeber
  7. Kopie des Personalausweises

Prüfung

An der Hufbeschlagschule Berlin findet die Prüfung im Anschluss an den Vorbereitungslehrgang über zwei Tage statt und gliedert sich in einen praktischen und theoretischen Teil:

Praktische Prüfung (1. Tag):

  • Ein Pferd mit 4 Hufeisen (Fabrikrohlinge) warm beschlagen (2,5 Stunden + 0,5 Stunden Fachgespräch)
  • Ein Pferd vorne zwei Hufe mit alternativem Hufschutz (2 Stunden + 0,5 Stunden Fachgespräch) versehen und
  • hinten zwei Hufe zum Barhufgehen bearbeiten (45 Minuten + 30 Minuten Fachgespräch)
  • Prüfungshufeisen aus dem Stab schmieden (1,5 Stunden)

Theoretische Prüfung (2. Tag):

  • Prüfungsklausur mit inhaltsübergreifender Fragestellung (3 Stunden), kann evtl. durch eine mündliche Prüfung (30 Minuten) ergänzt werden, soweit für das Bestehen der Prüfung bzw. für die eindeutige Beurteilung der Leistung erforderlich
  • Fallbericht über eine Beschlagsarbeit, schriftlich und bildlich ausgearbeitet, mündlich erläutern (30 Minuten)

 

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