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Zum Gedenken an Prof. Hertsch
Am 3. Oktober 2011 verstarb der langjährige Direktor dieser Klinik, Prof. Dr. med. vet. Bodo Hertsch, an den Folgen eines tragischen Reitunfalls.

Prof. Hertsch
Bodo Hertsch wurde am 27. Juni 1943 in Potsdam geboren. Im Jahre 1963 immatrikulierte er sich an der Freien Universität Berlin und wurde dort 1970 promoviert. Von 1969 bis 1982 war er Assistent und später Oberassistent an der Klinik für Pferde an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, wo er 1982 auf dem Fachgebiet Allgemeine Chirurgie, Pferdeheilkunde und Röntgenologie habilitierte und in der Folge für weitere 10 Jahre als ausserordentlicher Professor tätig war. Im Jahre 1994 folgte er einem Ruf als C4 Professor an die Freie Universität Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung als geschäftsführender Direktor die Klinik für Pferde, allgemeine Chirurgie und Radiologie der Freien Universität Berlin leitete. Die über 235 Publikationen und 500 Vorträge zu chirurgischen, orthopädischen und zahlheilkundlichen Themen auf nationaler und internationaler Ebene belegen seine wissenschaftliche Expertise.
Bis zu seinem Tod betreute er mehr als 150 Doktoranden und Doktorandinnen. Als leidenschaftlicher Pferdetierarzt, Reiter und „Pferdemann“ suchte und fand er immer wieder praxisrelevante Themen und gab damit jungen Nachwuchstierärzten die Chance, wissenschaftlich hochwertige, interessante und praktisch wertvolle Doktorarbeiten zu schreiben. Es besteht noch heute ein Netzwerk seiner ehemaligen Doktoranden, die mittlerweile auf der ganzen Welt verteilt tierärztlich tätig sind. Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieb Bodo Hertsch der Freien Universität Berlin und der Pferdeklinik verbunden. Offensichtlich war es ihm ein grosses Anliegen, dass nach seinem Abgang in „seiner“ Pferdeklinik in Düppel weiterhin auf hohem Niveau weitergearbeitet wurde. Bei der ersten Überweisung eines seiner Pferde zur Arthroskopie wollte Bodo Hertsch sicher sein, dass dieser Eingriff auch in seinem Sinne lege artis durchgeführt würde. Wortlos und mit verschränkten Armen beobachtete er den Neuen kritisch während der gesamten Operation. Offenbar hatte der Kandidat, dem wie beim Staatsexamen zu Mute war, diese erste Prüfung bestanden, denn es erfolgten weitere Überweisungen und bei speziellen Fällen stand man manchmal sogar gemeinsam am Operationstisch. Nach der kritischen Prüfung folgte nun eine wohlwollende Begleitung der Entwicklung der Pferdeklinik und Bodo Hertsch öffnete seinem Nachfolger manche Türen, indem er ihn mit Land und Leuten seiner Heimat bekannt machte.
Mit dem Tod von Bodo Hertsch verlieren die Tierärzte und Hufschmiede, sowie die Berlin-Brandenburger Reiterschaft einen wichtigen Lehrmeister und ausgezeichneten Pferdefachmann. Die Freie Universität Berlin wird Prof. Bodo Hertsch, der im In- und Ausland als Lehrer, Forscher und Kollegen hoch geschätzt wurde, ein ehrendes Andenken bewahren.
Dr. Patricia Arnan und Prof. Dr. Christoph J. Lischer


