Fokus Tiergesundheit - Studie zur Kommunikation zwischen Tierärzten und Tierbesitzern


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Die bestmögliche Kommunikation zwischen Tierbesitzer und Tierarzt* ist neben der fachlichen Kompetenz des Tierarztes ein wichtiger Faktor zum Aufbau einer vertrauensvollen und langfristigen Tierarzt-Tierbesitzer-Beziehung. Informationsflüsse zwischen Tierarzt und Tierbesitzer müssen in beide Richtungen zuverlässig ablaufen, um den Verlust von unter Umständen wichtigen Details zu verhindern und einen Therapieerfolg so weit wie möglich zu sichern.

In diesem Zusammenhang konnte in zahlreichen humanmedizinischen Studien aufgezeigt werden, dass eine gute Arzt-Patientenbeziehung zu einer höheren Patientenzufriedenheit, einem verbesserten Krankheitsverständnis, einer höheren Therapietreue und besseren Therapieergebnissen führt. Diese positiven Effekte scheinen sich auch auf die Veterinärmedizin übertragen zu lassen.

In den vergangenen Jahren hat sich insbesondere das Modell der „Partizipativen Entscheidungsfindung“ (engl. Shared decision making) als erfolgversprechendster Ansatz zum Aufbau einer guten Arzt-Patienten-Beziehung durchgesetzt. Im Gegensatz zu Modellen, in denen die Entscheidung bezüglich der Wahl der durchzuführenden Diagnostik und des Therapieansatzes entweder ausschließlich beim Arzt bzw. ausschließlich beim Patienten liegt, basiert die partizipative (= gemeinschaftliche) Entscheidungsfindung auf den folgenden vier Prinzipien:

  • In die Entscheidungsfindung sind mindestens zwei Parteien (Tierarzt plus Patientenbesitzer) involviert.
  • Beide Seiten nehmen am Prozess der Entscheidungsfindung teil. Dazu müssen beide Seiten bereit sein, die jeweils andere Seite und sich selbst aktiv einzubinden/zu beteiligen.
  • Die gegenseitige Bereitstellung von Informationen (bezüglich der Krankheit, der Behandlungsoptionen, des Verlaufes der Symptome, der individuellen Eigenheiten des Patienten...) ist eine Kernvoraussetzung.
  • Es wird eine Behandlungsentscheidung getroffen, hinter der beide Parteien stehen. Die Verantwortungslast für die entstehenden Konsequenzen wird durch dieses Vorgehen ebenfalls geteilt.

Das Projekt „Fokus Tiergesundheit“ untersucht, inwiefern die Prinzipien der partizipativen Entscheidungsfindung in der tierärztlichen Praxis Anwendung finden, wie gut die Kommunikation während eines Tierarztbesuches derzeit funktioniert bzw. an welchen Punkten eventuell Verbesserungsbedarf besteht. Zu diesem Zweck wird vom 16. November 2016 bis 28. Februar 2017 eine deutschlandweite Befragung von praktizierenden Tierärzten durchgeführt, die u.a. folgende Fragen klären soll:

  • Wie stellen sich Tierärzte „gute Kommunikation“ mit den Patientenbesitzern in der täglichen Praxis vor?
  • Wo sehen Tierärzte im Zusammenhang mit Kommunikation Risikofaktoren für den Erfolg einer Therapie?
  • Wie hat sich das Informationsverhalten der Patientenbesitzer in den letzten Jahren verändert?
  • Welchen Einfluss hat das Selbstinformationsverhalten der Patientenbesitzer auf das Tierarzt-Patientenbesitzer-Verhältnis?

 

Die Erfahrungen und Vorstellungen der Tierbesitzer wurden in einer separaten Umfrage ermittelt. Die Ergebnisse beider Studien werden in einer übergreifenden Auswertung miteinander verglichen.


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*Um den Lesefluss nicht zu beeinträchtigen, wird im folgenden Text bei der Benennung der Personengruppen zwar immer nur die männliche Form genannt, die weibliche Form aber stets gleichermaßen mitgemeint.