BSE-Risiko und der Verzehr von Lebensmitteln

Hildebrandt G, Rauscher K – 2002

Weil mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Verzehr von BSE-kranken Rindern (und vielleicht auch Schafen und Ziegen) stammenden Lebensmitteln und dem Auftreten einer neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) des Menschen besteht, muss der Verbraucher vor dieser Gesundheitsgefahr geschützt werden. Neben Prävention und Bekämpfung im Lebendviehbestand ist es unbedingt zu verhindern, dass mit BSE-Prionen infiziertes oder kontaminiertes Ausgangsmaterial von Schlachttierkörpern mit falsch negativem BSE-Test in die Nahrungskette gelangt. Für die wesentlichen vom Wiederkäuer gewonnenen Lebensmittel, d.h. Muskelfleisch und Milch, wurde bisher kein Gefährdungspotential nachgewiesen. Ein extremes Risiko geht aber vom zentralen Nervensystem (ZNS) aus. Gehirn und Rückenmark sind zwar gemäß der rechtlichen Bestimmungen unschädlich zu beseitigen, doch bestehen beim Rind konkrete Möglichkeiten der Verunreinigung von Lunge, Herz und Fleischoberflächen mit ZNS. Geeignete Modifikationen der Schlachttechnik werden hier Abhilfe schaffen. Während mit ZNS kontaminiertes Rinder-Separatorenfleisch der Vergangenheit angehören sollte, ist das Problem der extracerebrospinalen Ganglien noch nicht gelöst. Überschätzt in der Öffentlichkeit wird die Verarbeitung von Innereien in Wurstwaren. Mit Ausnahme einiger Spezialitäten dürfen lediglich (Schweine-) herz, Zunge und Leber verwendet und solchen erhitzten Erzeugnissen zugesetzt werden, bei denen eine Verarbeitung schon immer handwerksüblich war. Insgesamt scheinen die wesentlichen Maßnahmen getroffen zu sein, um den Konsumenten auch dann zu schützen, wenn ein Wiederkäuer mit nicht diagnostizierter BSE als Lebensmittel in den Verkehr gelangt.

Titel
BSE-Risiko und der Verzehr von Lebensmitteln
Verfasser
Hildebrandt G, Rauscher K
Schlagwörter
BSE, Risikoschätzung, Fleisch, Fleischerzeugnisse, Milch, spezifiziertes Risikomaterial
Datum
2002-07-12
Zitierweise
Diese Ausarbeitung (für den Vortrag am 12.07.2002) stellt die aktualisierte Fassung folgender Publikation dar:G. Hildebrandt, E. Lücker u. K. Rauscher (2001)”BSE-Risiko der Lebensmittel Fleisch und Milch”Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 44:437-449
Sprache
ger
Art
Text
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