Clostridium difficile

IMG_4697_258Pixel Kopie
Clostridium difficile wächst auf Platten mit Nährmedien, die Blut enthalten

Porträt eines Bakteriums

Clostridium difficile (C. difficile) ist ein anaerobes, stäbchenförmiges Bakterium, das außerhalb des Körpers sehr widerstandsfähig gegenüber unterschiedlichen Umwelteinflüssen ist, weil es in der Lage ist, Dauerformen (Endosporen) zu bilden.

C. difficile kann beim Menschen verschiedene Formen von Durchfallerkrankungen hervorrufen. Das klinische Spektrum der so genannten Clostridium difficile-Infektion (CDI) kann von einem leichten Durchfall bis zu lebensbedrohlichen Entzündungen des Enddarms (sog. pseudomembranöse Kolitis) reichen[1].  Häufig werden Infektionen mit C. difficile nosokomial erworben, das bedeutet, dass Erkrankungen in Zusammenhang mit einem Aufenthalt im Krankenhaus auftreten. Hauptsächlich sind Menschen im Alter von über 60 Lebensjahren von der CDI betroffen[2]. Als Auslöser dieser nosokomialen Durchfallerkrankungen verursacht C. difficile durch intensive Therapie und verlängerte Krankenhausaufenthalte in Europa geschätzte Kosten von bis zu 3 Milliarden Euro pro Jahr[3].

Der Erreger kann gelegentlich auch bei vollkommen gesunden Menschen gefunden werden und hat dann in der Regel keine klinische Bedeutung. C. difficile wird in diesem Fall durch die normale Darmflora kontrolliert, nur wenn die normale Darmflora geschädigt wird, z.B. durch die Einnahme von Antibiotika, kann es zur Erkrankung kommen.

Seit 2001 werden weltweit epidemiologische Veränderungen von C. difficile-assoziierten Durchfallerkrankungen beobachtet. Die Häufigkeit der Erkrankungen und das Auftreten von Todesfällen scheinen zuzunehmen und das Vorkommen neuer, besonders virulenter Stämme (Ribotyp 027, Ribotyp 078) wurde beobachtet[4]. Seit einigen Jahren werden zudem ansteigende Fallzahlen auch bei jungen Menschen beobachtet, die nach aktuellen aktuellem Stand der Wissenschaft kein erhöhtes Erkrankungsrisiko aufweisen[5].  

C. difficile wird ebenfalls mit dem Auftreten von Durchfall bei Tieren in Verbindung gebracht. Neben zahlreichen Wildtieren können auch Haus- und Nutztiere von C. difficile-assoziierten Durchfallerkrankungen betroffen sein[6]. Bekannt ist, dass viele Tiere den Erreger beherbergen können ohne zu erkranken[7].

Die Frage, ob Tiere möglicherweise ein natürlicher Wirt für humanpathogene Stämme von C. difficile sein könnten, wird in der wissenschaftlichen Literatur seit einigen Jahren thematisiert. Tatsächlich konnte eine hohe Übereinstimmung von Ribotypen bei zahlreichen Isolaten von Mensch und Tier festgestellt werden[8]. Es ist möglich, dass bestimmte C. difficile-Ribotypen aus einem tierischen Reservoir in den humanen Bereich übertragen wurden.

Im gesamten europäischen Raum, insbesondere in Deutschland, sind die verfügbaren Daten über die bei Haus- und Nutztieren auftretenden Ribotypen und Prävalenzen von C. difficile äußerst lückenhaft.

Neben Lebensmitteln kann auch der Kontakt zu Haustieren einen möglichen Infektionsweg darstellen, hier sind insbesondere wegen des oftmals intensiven Kontakts zum Menschen, Hunde und Katzen von Interesse. C. difficile kann bei diesen Tieren Durchfallerkrankungen auslösen, wird aber auch bei klinisch gesunden Tieren nachgewiesen[9].



[1]Planche, T. and A. Arnold, Clostridium difficile. Medicine, 2009. 37:12: p. 641-643.

 

[2]Vonberg, R. P., F. Schwab und P. Gastmeier (2007): Clostridium difficile in discharged inpatients, Germany. Emerg. Infect. Dis. 13, 179–180.

 

[3] Schneider, T., T. Eckmanns, R. Ignatius, K. Weist und O. Liesenfeld (2007): Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhö. Dtsch. Ärztebl. 104, 1588-1594.

 

[4]Dawson, L.F., E. Valiente, and B.W. Wren, Clostridium difficile-A continually evolving and problematic pathogen. Infection Genetics and Evolution, 2009. 9(6): p. 1410-1417.

 

[5]Centers for Disease Control and Prevention. Severe Clostridium difficile-associated diseas in populations previously at low risk – four states, 2005. Morbidity and Mortality Weekly Report. 2005. 54: p. 1201-1205.

 

[6]Keel, K. und G. Songer (2006): The Comparative Pathology of Clostridium difficile-associated Disease. Vet. Pathol. 43, 225-240.

 

[7]Keessen, E.C., W. Gaastra, and L.J.A. Lipman, Clostridium difficile infection in humans and animals, differences and similarities. Veterinary Microbiology, 2011. 153(3-4): p. 205-217.

 

[8]Arroyo, L.G., et al., PCR ribotyping of Clostridium difficile isolates originating from human and animal sources. Journal of Medical Microbiology, 2005. 54(2): p. 163-166.

 

[9]Weese, J.S., et al., Evaluation of Clostridium difficile in dogs and the household environment. Epidemiology and Infection, 2010. 138(8): p. 1100-1104.

 

 

 

Vorlesungsverzeichnis
banner_siegel