Entwicklung eines Rotlauf-Impfstoffes für Geflügel

Die Rotlaufinfektion ist eine durch Erysipelothrix rhusiopathiae hervorgerufene verlustreiche Infektionskrankheit des Geflügels, deren Bekämpfung insbesondere bei Legehennen erhebliche Therapielücken und Prophylaxenotstände aufweist. Es gibt derzeit in Europa weder einen zugelassen Impfstoff zur Bekämpfung dieser Infektionskrankheit beim Geflügel noch stehen Antibiotika mit dem erforderlichen Anwendungsgebiet und zumutbar kurzer Wartezeit für Eier zur Verfügung. In alternativen Haltungssystemen, die vor dem Hindergrund der Konsumentenwünsche sowie der Richtlinie 1999/74/EG vom 19. Juli 1999, nach der ab dem 1. Januar 2012 die herkömmliche Käfighaltung in allen Mitgliedsstaaten verboten ist, an Bedeutung zunehmen werden, sind die Tiere zukünftig höheren hygienischen Belastungen und einem dauerhaften Infektionsdruck ausgesetzt (EFSA 2005).

Primäres Ziel dieses von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) geförderten Projektes ist die  Entwicklung von diagnostischen Werkzeugen zur Identifizierung epidemiologisch relevanter E. rhusiopathiae-Feldisolate. Zusätzlich soll auf der Grundlage der molekularen und phylogenetischen Typisierung verschiedener E. rhusiopathiae-Isolaten in Zusammenarbeit mit der Fa. Lohmann Tierzucht GmbH (LTZ) GmbH in Cuxhaven ein Rotlaufimpfstoff für Geflügel entwickelt werden. Im Interesse des Tier- und Verbraucherschutzes soll damit ein wesentlicher Beitrag zur Behebung der bestehenden Prophylaxenotstände geleistet werden, um somit die Haltung von Legehennen in Bio- und Freilandhaltung aus Infektionsmedizinsicher Sicht sicherer zu machen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich bei Rotlauf um eine Zoonose-Erkrankung handelt und in Untersuchungen gezeigt werden konnte, dass rohes Hühnerfleisch z. T. in hohem Maße mit diesem sehr Umwelt-resistenten bakteriellen Erreger belastet ist, von erheblicher Bedeutung.


Mitarbeiter in diesem Projekt:

1) Dr. Christa Ewers, Projektleiterin

2) Dr. Traute Janßen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

3) Michael Kühl, Technischer Assistent