Untersuchungen zum Vorkommen von Pasteurella multocida bei Kamelen mit charakteristischen Symptomen der Hämorrhagischen Septikämie

gefördert durch: Wellcome Trust

Die Hämorrhagische Septikämie (HS) bei Rindern und Büffeln ist eine durch Pasteurall multocida der Serotypen B:2 und E:2 hervorgerufenen primäre Pasteurellose. Sporadische Ausbrüche einer akuten, der HS vergleichbaren hämorrhagischen Erkrankung bei Kamelen,  wurden von verschiedenen Autoren berichtet, jedoch gibt es lediglich einen Bericht über eine erfolgreiche Isolierung von P. multocida von einer dieser HS-ähnlichen Erkrankung. In allen anderen Veröffentlichungen wird entweder keine Aussage zu dem verursachenden Agens getätigt oder die Autoren beschränken sich auf die Beschreibung eines bipolaren Organismus. 
Aufgrund der mangelnden experimentellen Reproduzierbarkeit der HS bei Kamelen durch P. multocida Serotyp B:2 bzw. E:2 hat man den nicht ganz nachvollziehbaren Schluss gezogen, dass Kamele gegenüber einer P. multocida-Infektion resistent sind. Nach wie vor werden jedoch regelmäßig von dem Gesundheitsdienst der KCA (Kenia Camel Association) HS-Erkrankungen bei Kamelen (Camelus dromedarius)  im Feld beobachtet, deren Ursache nicht geklärt ist. Das gemeinsame Projekt mit der VSF Suisse(Tierärzte ohne Grenzen) konzentriert sich auf die Klärung der Frage, ob P. multocida ursächlich an der HS bei Kamelen beteiligt ist. Eine kulturelle Anzucht des bakteriellen Erregers bzw. bereits die Proben-Entnahme und der –Versand sind jedoch aus Gründen der Infrastruktur sowie der klimatischen Bedingungen kaum möglich. Das primäre Ziel des Projektes mit dem Arbeitstitel „Participatory Study on the Epidemiology of Haemorrhagic Septicaemia in Camels (Camelus dromedarius) in Northern Kenya complemented by Bacteriological Analysis and Molecular Identification and Differentiation“ ist daher die Entnahme von Nasen-Tupferproben klinisch gesunder sowie erkrankter Kamele (I) zur kulturellen Anzucht und (II) zur Isolierung von DNS. Mittels am IMT für Pasteurellen etablierten PCRs können nun ein spezifischer Nachweis von P. multocida sowie eine Kapseltypbestimmung erfolgen.
Die gewonnenen Daten können Aufschluss darüber geben, inwieweit P. multocida tatsächlich an der Entstehung der HS beim Kamel eine Rolle spielt und ob Kamele ähnlich wie Rinder und Büffel latent mit P. multocida besiedelt sind.

zurück