Arbeitsgruppe "Influenza viruses"

Im Rahmen des unserem Institut kürzlich zuerkannten Status eines OIE-Referenzlabors für Equine Influenza und Equine Herpesvirus-Infektionen (Equine Rhinopneumonitis, EHV), nehmen wir aktiv am Expert Surveillance Panel (ESP) zur Equinen Influenza teil. Das Panel verfolgt in jährlichen Rückblicken Krankheitsausbrüche, Impferfolge sowie die genetischen bzw antigenetischen Eigenschaften neuer Virus-Isolate.

Auf diesen Informationen basierend empfiehlt das ESP den Impfstoffherstellern die Nutzung spezifischer Virusstämme als Antigen-Quelle für Pferde-Impfstoffe. Beim letzten Treffen in Paris zu Anfang des Jahres 2011 empfahl das ESP die Aufnahme von Stämmen der sog. Florida Clade 1 und Florida Clade 2 in die entsprechenden Impfstoffe.

 

Um die Prävalenz von EIV-Infektionen in Deutschland zu erfassen, sind Probenkits (beinhaltet Virustransportmedium, sterile Tupfer, Anleitung) an Tierärzte in ganz Deutschland verschickt worden. Proben von Pferden, welche Atemprobleme zeigen, werden umgehend an unser Labor geschickt und anschließend auf EIV und EHV mittels Virusisolation und quantitativer PCR getestet. Im Jahr 2010 konnten wir so EIV in Hamburg, Viersen und Waldalgesheim nachweisen. Die Sequenzierung des HA1-Segmentes ermöglichte uns zu belegen, dass die in 2010 zirkulierenden Viren den Florida Clade 2 - Stamm zuzuordnen sind. Die Stämme, die in Deutschland identifiziert wurden, waren mit anderen in Europa zur gleichen Zeit zirkulierenden Stämmen identisch (siehe auch Abbildung: EIV-Stammbaum).

 

Eine virologische und serologische Erfassung von EIV wurde in Kirgisien von uns vorgenommen, um die EIV-Situation in lokalen Pferdebeständen zu erfassen. Prof. Dr. Osterrieder besuchte Kirgisien, um ein Überwachungsprojekt für Atemwegsinfektionen in lokalen Pferdebeständen zu starten. Blutproben und Nasenabstriche wurden von 76 nicht geimpften Pferden genommen.  Über Virusanzucht (MDCK) von Nasenabstrichen konnte kein EIV isoliert werden. Seren wurden auf Antikörper von EIV Subtypen (H7N7 Prag und  H3N8 Wildeshausen/08) getestet. H7N7 konnte in dieser Pferdepopulation nicht nachgewiesen werden (HI Titer: <1:8). Dem gegenüber zeigten 25% der kirgisischen Pferde HI Titer von >1:8 gegen das H3N8-Isolat Wildeshausen/08. Ein Ergebnis, welches klar ein Zeichen für EIV in der lokalen Pferdepopulation ist.

 

Hunde und Katzen zeigten sich für einige Influenza-Subtypen anfällig. Wir sind an einer serologischen Überwachung mit dem Auftrag beteiligt, um in diesen beiden Tierarten die Präsenz von Influenzavirus-spezifischen Antikörpern nachzuweisen. Bis heute sind 750 Hunde- und 400 Katzenseren mittels eins ELISA für auf Antikörper untersucht worden. Beobachtet werden konnten Seroprävalenzen von Influenzavirus-spezifischen AK (3,4% im Falle der Hunde und 2,2% im Falle der Katzen). Zur Zeit ermitteln wir die HA-Typen, gegen die Katzen und Hunde Antikörper produzieren.