Probiotika & Präbiotika

Probiotika

Als Alternativen zur Anwendung von Antibiotika im Futter werden in der Tierernährung verschiedene Konzepte verfolgt. Unter anderem werden Probiotika, die bisher nicht das Potential der Antibiotika besitzen, mit dem Ziel der Beeinflussung der intestinalen Mikroflora in einem für die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit des Tieres positiven Sinne geprüft. Als einfach messbare und wiederholt beobachtete positive Effekte wurden bei landwirtschaftlichen Nutztieren verbesserte zootechnische Leistungen (Lebendmassezunahme, Futteraufwand) sowie eine Herabsetzung der Durchfallhäufigkeit beobachtet. Viele Mikroorganismenpräparate sind in der EU als Futterzusatzstoffe zugelassen, die Wirkmechanismen dieser Produkte im Tier sind aber noch aktueller Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion. Das Institut für Tierernährung hatte deshalb eine DFG – Forschergruppe initiiert, in der verschiedene Disziplinen an der gleichen Thematik – „Integrative Analytik von Probiotika beim Schwein“ – forschte. Ergebnisse dieser Forschergruppe haben bereits zum besseren Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Probiotika und Tier geführt. Aus dieser Forschergruppe ist auch der Sonderforschungsbereich 852 (LINK) entstanden, der unter anderem ebenfalls die Untersuchung probiotischer Wirkungen zum Thema hat.

Präbiotika

Präbiotika sind unverdauliche Nahrungszusätze, die den Wirtsorganismus positiv beeinflussen sollen, indem sie das Wachstum oder die Stoffwechselaktivität erwünschter Bakterien stimulieren. Sie dürfen deshalb vom Tier nicht abgebaut werden und müssen selektiv von wenigen, erwünschten Bakterienarten wie Bifidobakterien und Laktobazillen fermentiert werden. Die positiven Einflüsse sollen sich dann in Form von verbessertem Wachstum oder Gesundheit auf die Tiere auswirken. Im Institut für Tierernährung werden mikrobiologische, physiologische und immunologische Studien durchgeführt, um die Wirkung verschiedener Präbiotika zu untersuchen.