Condé, das Lieblingspferd Friedrichs des Großen

damals.. (Kupferstich von Ludwig Wolf, 1798 (*))
damals.. (Kupferstich von Ludwig Wolf, 1798 (*))
..und heute (Das montierte Skelett Condés)
..und heute (Das montierte Skelett Condés)

Der preußische König Friedrich II. besaß mehrere von ihm geliebte Leibreitpferde. Eines bevorzugte er aber besonders, den Fliegenschimmel-Wallach "Condé".

Um ihn ranken sich viele Geschichten. Eine ist verknüpft mit Carl Graf von Lindenau, der nach dem Tode von Friedrich II. bei dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm II. zum Oberstallmeister avancierte. In dieser Funktion trug er die Verantwortung für die strenge Befolgung der testamentarischen Order von Friedrich II., dem "Condé" auf königlichen Weiden einen schönen "Lebensabend", das "Gnadenbrot", zu gewähren. So befahl der Oberstallmeister, dass "Condé" bis 1790 in dem von ihm neu erbauten Friedrich-Wilhelm-Gestüt in Neustadt an der Dosse in Pflege und Futter genommen werde. Als Lindenau 1790 Gründer und Generaldirektor der "Königlichen Thierarzneischule" wurde, kam "Condé" auf Berliner Weiden.

Die Wiesen breiteten sich rund um die von C.G. Langhans erbaute Zootomie aus, wie es ein Gemälde von A. Niegelsjahr von 1797 zeigt, im Vordergrund mit "Condé".

Condé verstarb 38jährig 1804. Bis heute ist sein Skelett den Nachfolgeeinrichtungen der genannten "Thierarzneischule" erhalten geblieben.

1990 wurde es anlässlich des 200jährigen Gründungsjubiläums der veterinärmedizinischen Ausbildung in Berlin auf einer Ausstellung der Veterinärmedizinischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin öffentlich gezeigt. Im Zuge der Fusion beider Berliner Fakultäten wurde "Condé" 1995 im Anatomischen Museum unseres Instituts für Veterinär-Anatomie aufgestellt.

aus einem Informationsblatt der Freien Universität Berlin

 

Weitere Informationen unter:

Budras, Klaus-Dieter, und Rolf Berg: Einmal quer durch den runden Salon von Sanssouci. Condé - das letzte Leibreitpferd Friedrich II von Preußen als Zeitzeuge der Geschichte Preußens und der Veterinärmedizin in Berlin. Reiten und Zucht in Brandenburg, 1 (1998), 20-22.

Die Onlineversion des Artikels können Sie hier lesen.

 

(*) Das Original des Kupferstichs befindet sich im Deutschen Pferdemuseum (Verden an der Aller).