Bekämpfung

Rechtliche Regelungen

  • Anzeige- und Bekämpfungspflichtige Tierseuche (Ornithose sowie Psittakose beim Menschen meldepflichtig)
  • Bekämpfung und Behandlung ist tierseuchenrechtlich durch die Psittakose-VO festgelegt und muss durch den zuständigen Amtstierarzt angeordnet werden
  • Psittakose-VO bestimmt die Maßnahmen bei Verdacht oder amtlicher Feststellung:
    • Bestandssperre
    • Absonderung
    • Schutzkleidung
    • amtliche Untersuchung
    • Verbringungsverbot
    • Behandlung / Tötung
  • Desinfektion
  • Zur Vermeidung der Erregereinschleppung werden alle aus der EU und Drittländern importierten Papageien und Sittiche einer Quarantäne unterzogen und behandelt

Therapie

  • verwendete Medikamente (Chlortetrazyklin, Doxyzyklin, Enrofloxacin) und Behandlungsdauer gemäß Ausführungsbestimmungen zur Psittakose-VO vorgeschrieben
  • immer gesamten Bestand behandeln
  • Chlortetrazyklin über das Futter
    • je nach Papageiengruppe 30 bis 45 Tage Behandlungsdauer
    • Konzentration im Futter je nach Spezies 2500 bis 5000 ppm
    • Wellensittich: 30 Tage, 500 ppm
  • Doxyzyklin intramuskulär
    • 75 mg/kg Körpermasse
    • 6 mal im Abstand von 5 Tagen
    • dann 3 mal im Abstand von 4 Tagen
  • Enrofloxacin
    • 500 ppm über Futter oder Trinkwasser 14 Tage
    • 10 mg/kg KM parenteral
  • führt die Langzeitbehandlung nicht zum Erfolg = Chlamydienfreiheit, ordnet das Veterinäramt die Tötung des infizierten Bestandes an
  • Psittakose gilt als erloschen, wenn alle kranken und seuchenverdächtigen Papageien und Sittiche des Bestandes verendet oder getötet sind, unschädlich beseitigt wurden und die übrigen Tiere erfolgreich behandelt wurden (Kotproben müssen frei vom Erreger sein)

Prophylaxe

  • Quarantäne einschließlich Untersuchung auf Chlamydien
  • Optimierung der Luftqualität (geringer Staubgehalt)
  • Hygienemaßnahmen (Wechsel der Gerätschaften, Desinfektion, Bekämpfung der Vektoren)

Prognose

  • erfolgreiche Behandlung mit vorgeschriebenen Mitteln möglich
  • trotz klinischer Heilung Erregerausscheidung durch latent infizierte Tiere -> Rezidive 
  • latent infizierte Tiere oft mit Chlamydien infiziert, die sich nicht in Vermehrungsphase befinden (keine Protein oder DNA-Synthese - > Wirkstoffe können Wirkung nicht entfalten)