Ätiologie & Pathogenese

Megabakterien sind 30 - 90 µm lange und 3 - 4 µm breite, grampositive, stäbchenförmige Organismen mit dicker Zellwand. Ursprünglich wurden sie den Bakterien zugeordnet, neuere Studien belegen aber, dass der Zellaufbau und das Verhalten bei der Zellteilung den Pilzen ähnelt. Auch mittels Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierungsverfahren konnte gezeigt werden, dass es sich bei den Erregern nicht um Bakterien, sondern um eukaryotische Zellen handelt. Darauf basierend wurde eine Umbenennung der Erreger in "Avian Gastric Yeast" (Macrorhabdus ornithogaster) bzw. "Fungoides proventriculi" vorgeschlagen.

Die Erreger können im gesamten Magen-Darm-Trakt inklusive Kropf vorkommen. Ihre Pathogenität ist noch nicht ganz geklärt, da sie auch bei klinisch gesunden Vögeln nachgewiesen werden können.

Bei hochgradigem Befall kommt es, wahrscheinlich infolge einer gestörten HCl-Freisetzung im Drüsenmagen, zu einem deutlichen pH-Anstieg und (möglicherweise durch bakterielle oder mykotische Sekundärinfektionen) zu Schleimhautschäden und Ulzera. Besonders die Drüsenmagenschleimhaut ist betroffen. Die Folge sind Verdauungsstörungen und es kommt zu dem so genannten "Going-light-Syndrom", bei dem die Tiere trotz gesteigerten Appetits zunehmend abmagern. Insgesamt ist das Krankheitsbild dem der PDD ähnlich, wobei hier eher große Papageien betroffen sind.