Intravenöse Injektion

Die intravenöse Applikation

Wichtig bei der intravenösen Applikation ist, dass der Konus der Kanüle immer fixiert ist, sowie der unmittelbare Kontakt der Hand, die die Spritze führt mit dem Vogelpatienten, um auf eventuelle Abwehrreaktionen reagieren zu können.

Eine Desinfektion von Haut und Gefieder ist beim Vogel nur bedingt möglich. Das Benetzen des wasserabstoßenden Gefieders mit Alkohol dient hauptsächlich dazu, Federn beiseite streifen zu können und hierdurch verdeckte Gefäße, die beim Vogel durch wenig ausgebildetes subkutanes Bindegewebe zum rollen neigen, sichtbar zu machen.

Bei der Wahl der Medikamente ist grundsätzlich wässrigen Lösungen der Vorzug vor öligen Zubereitungen zu geben, da diese zu Embolien und lokalen Nekrosen führen können.

Blutungen können prophylaktisch durch Anspannen der Haut vor Durchführung der Injektion und Entspannen der Haut vor Entfernung der Kanüle vermieden werden. Durch die über der Einstichstelle verstreichende Haut wird die Injektionsstelle abgedichtet.

V.jugularis

Die rechte V. jugularis ist bei den meisten Vogelarten stärker ausgeprägt und gilt bei den meisten Vögeln als Standardblutentnahmetechnik. Sie kann auch zur intravenösen Applikation verwendet werden und eignet sich besonders bei kleinen Vögeln z.B. zum Flüssigkeits- und Elektrolytersatz und für Bluttransfusionen.
Für Tauben trifft das nicht zu, die das Gefäß aufgrund der tiefen Lage nicht darstellbar ist.

Ohne Hilfspersonal wird der Vogel im Scherengriff gehalten. Die Fixation muss sehr sorgfältig ausgeführt werden, da Abwehrbewegungen, besonders bei kleinen Vögeln, schnell eine Perforation des zu punktierenden Gefäßes mit lebensbedrohlichen Blutungen zur Folge haben können.

V.ulnaris

Die Flügelvene kann bei den meisten Vögeln zur Medikamentenapplikation verwendet werden.

Eine Punktion des Gefäßes in der Nähe des Ellenbogens sollte vermieden werden, da hier das Gefäß direkt auf dem Knochen und dem straffen Bindegewebe liegt und es leicht zu Blutungen und Hämatombildungen kommen kann. Besser ist der ventrale Oberarmbereich.

Die Fixation kann durch eine Hilfsperson oder auch allein erfolgen.

Die Applikation in die Muskulatur oder i.v. an der Hintergliedmaße ist beim Vogel weniger geeignet, da mit dem Blutabfluss die Möglichkeit der unmittelbaren Arzneimittelausscheidung über den Nieren-Pfortader-Kreislauf gegeben ist.