Anamnese Geflügel

Generell

  • Die Daten können schon bekannt sein (Stammkunden, Patientenkartei)
  • Andernfalls müssen sie erfragt werden
  • Bei den meisten Fragen ist es unbedeutend, ob sie vor Ort oder am Telephon gestellt werden
  • Prinzipiell sollte man in der Lage sein, die Antworten einordnen zu können!

Grundlegende Daten zum Betrieb

  • Sollten, außer bei Erstkontakt, bekannt sein
  • Tierart (Huhn, Pute, Wassergeflügel)
  • Nutzungsrichtung (Lege-, Mast- oder Elterntiere)
  • Haltungsform (Traditionelle Käfighaltung ist inzwischen verboten, Bodenhaltung bei Mastgeflügel und Elterntieren bzw. Großvolieren bei Legetieren ist die Regel. Selten sind ausgestaltete Käfige, Kleinvolieren oder Tiere mit Auslauf bzw. Biohaltung.)
  • Alter der Herden auf dem Betrieb (Infektionsquellen)

Daten zur aktuellen Herde

  • Welcher Stall ist betroffen (wenn Betrieb bekannt)
  • Größe der Herde (Wie groß ist das Problem? Wieviel Medikamente sollte man vorsichtshalber dabei haben?)
  • Alter (alterspezifische Krankheiten; Wartezeiten)
  • Geschlecht bei Puten (Wartezeiten in Verbindung mit Alter)
  • Linie/Rasse (meist aus tierärztlicher Sicht uninteressant)
  • Futter
    • Letzter Futterwechsel (insbesondere bei Verdacht auf Vergiftungen)
    • Fütterungsphase (ergibt sich aus dem Alter und ist aus tierärztlicher Sicht weitgehend uninteressant)
    •  Zufütterung (statt eines Alleinfutters wird ein Anteil von meist eigenem Getreide und ein darauf abgestimmtes Mischfutter angeboten; aus tierärztlicher Sicht weitgehend uninteressant)
    • Ggf. eingesetztes Kokzidostatikum
    • MERKE: Fehler bei der Futterzubereitung werden in den seltensten Fällen in den Unterlagen der Futtermühle stehen. Im Verdachtsfall Futterproben nehmen und analysieren lassen!
  • Durchgeführte Impfungen (NICHT um Krankheiten auszuschließen, sondern für die Interpretation von Laborbefunden.)
  • Vorhergehende Erkrankungen und deren Behandlung

Zur Krankheit

  • Symptomatik
  • Mortalität
  • Legeleistung bzw. Gewichtszunahme
  • Sind andere Ställe betroffen?
  • Ggf. Vorbehandlung durch Kollegen