Impfungen

Lebendimpfstoffe

  • Entweder homologe Impfstämme, dann attenuiert (z. B. Rispens Impfstamm gegen MD) oder apathogen
    (z. B. SB-1 Impfstamm gegen MD) oder heterologe Impfstämme (z. B. HVT gegen MD)
  • Applikationswege simulieren die natürliche Infektion -> Impfung erfolgt meist über Trinkwasser oder Spray (orale bzw. aerogene Infektion)
  • Ausnahmen:
  • Neben der systemischen humoralen Immunantwort wird auch die zelluläre und die lokale humorale Immunantwort induziert
  •  Replikation des Impfstammes im Tier, häufig Ausscheidung des Impfstammes von geimpften Tieren
    • Dadurch auch Impfung von Tieren, die ursprünglich nicht erreicht wurden
    • Aber Risiko der unkontrollierten Weiterverbreitung des Impfstammes
    • Risiko der Persistenz
  • Manche Lebendimpfstoffe besitzen Restpathogenität (ILT, IBD)
  • Können teilweise zur Notimpfung eingesetzt werden (Wirkung dann weniger über Immunantwort, sondern durch Verdrängung des Feldstamms)
  • Keine Wartezeit
  • Aufwendig in der Entwicklung

Inaktivierte Impfstoffe

  • Applikation s.c. oder i.m.
  • Stimulierung vor allem der systemischen humoralen Immunantwort
    • Einsatz zum Erreichen hoher Antikörpertiter bei Elterntieren, die als maternale Antikörper auf die Nachkommen weitergegeben werden
  • Einsatz als Boosterimpfung
  • Evtl. Wartezeit auf Fleisch; Risiko von lokalen Impfreaktionen, die zum Verwurf der Impfstelle nach der Schlachtung führen, besonders unerwünscht bei i.m. Impfung in Brust oder Schenkel
  • Relativ schnelle und einfache Entwicklung
  • Stallspezifische Impfstoffe müssen inaktivierte Impfstoffe sein

Link zur Liste aller in Deutschland zugelassenen Geflügelimpfstoffe (Cave: zugelassen heißt nicht im Handel befindlich!)