Verhalten in Großgruppen

Sozialverhalten

Potential für gesteigerte Aggression:

  • Hennen ziehen die Gesellschaft ihnen bekannter Tiere der Gesellschaft fremder Hennen vor
  • Zusetzen fremder Tiere oder häufiger Wechsel der Gruppenzusammensetzung resultiert in mehr agonistischem Verhalten
  • Erhöhte Gruppengröße: bei kleineren Gruppen bis 28 Tiere gibt es einen Zusammenhang zwischen Gruppengröße und gesteigertem agonistischen Verhalten
  • Erhöhte Besatzdichte: bedingt - sehr hohe Besatzdichten wirken hemmend auf agonistisches Verhalten)
  • Tatsächlich herrscht auch in sehr großen Herden (mehrere 1000) relativ wenig agonistisches Verhalten. Mögliche Erklärungen sind:
    - Bildung von Subgruppen mit Hackordnung
    - Verzicht auf Hackordnung
  • Bildung von Subgruppen mit etablierter Hackordnung
    - Nur möglich bei Verteilung der Ressourcen über den ganzen Stall
    - Evtl. Förderung der Subgruppenbildung durch Zusetzen von Hähnen
  • Ca. 5% Hähne in der Herde können agonistisches Verhalten um über die Hälfte reduzieren
  • Hinweise für die Bildung von Subgruppen
    - Begrenzung der Bewegung auf einen bestimmten Bereich der Voliere bzw. überproportionale Nutzung eines bestimmten Bereiches; in diesem Bereich wurden auch Auseinandersetzungen überproportional oft gewonnen
    - Aufsuchen des selben Ruheplatzes
  • Hinweise gegen die Bildung von Subgruppen
    - Die gerade genannten Beobachtungen sind nicht unwidersprochen
    - Die geringe Größe des Territoriums macht den Kontakt zu Tieren anderer Subgruppen unvermeidlich, in der Natur wird dieser Kontakt normalerweise gemieden
  • Verzicht auf Hackordnung
    - Hennen aus einer kleinen Gruppe (10 Tiere) zeigten eine verstärkte Aggression gegen fremde Hennen
    - Henne aus einer großen Gruppe (120 Tiere) zeigten gegenüber fremden und bekannten Hennen das selbe (geringe) Maß an Aggressivität
  • Kämpfe um spezielle Ressourcen können vermieden werden durch
    - den Halter, indem alle Ressourcen in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden
    - die Hennen, indem die Konflikte vorrangig nicht durch Kämpfe sondern durch „Statussymbole“ (Gewicht, Kammgröße) gelöst werden

Eiablage

  • Die Balz läuft bei Anwesenheit von Hähnen ähnlich wie in der Natur ab
  • Für die Hennen ist die Balz nicht essentiell
  • Im Gegensatz dazu balzen Hähne in rein männlichen Gruppen mit anderen Hähnen
  • Soweit vorhanden konzentrieren sich Hähne an den Legenestern
  • Die Anwesenheit von Hähnen kann den Anteil verlegter Eier senken
  • Der Ablauf der Eiablage hat sich kaum verändert
  • Die meisten Hennen haben ein hohes Bedürfnis, die Eier in einem Nest abzulegen
  • Stehen keine Nester zur Verfügung wird die Frustration in verstärkter, ungerichteter Lokomotion abreagiert
  • Der Nestbautrieb ist unvermindert vorhanden, selbst bei bereits vorhandenem, fertigen Nest werden die entsprechenden Scharr- und Drehbewegungen sowie das Einbringen von Substrat ausgeführt
  • Das Brutverhalten wurde weitestgehend weggezüchtet und kann bei einigen Linien nicht einmal durch Hormongaben reaktiviert werden

Staubbaden

  • Wird im Prinzip wie in der Natur durchgeführt
  • Die Häufigkeit sinkt mit steigender Besatzdichte
  • Verschiedene Materialien werden unterschiedlich gut angenommen

Ruheverhalten

  • Sehr ähnlich dem Verhalten in natürlicher Umgebung
  • Hohe Positionen werden bevorzugt
  • In der Aufzucht sollten möglichst früh Sitzstangen zur Verfügung stehen, damit das Verhalten erlernt werden kann