Reoviridae

Reovirusarthritis
Reovirusarthritis
Reovirusarthritis2
Reovirusarthritis2
Reovirusarthritis3
Reovirusarthritis3
Runting & Stunting
Runting & Stunting

Ätiologie

Familie: Reoviridae

Genus: Reovirus

Genus: Rotavirus

  • Respiratory Enteric Orphan (REO) - Viren
  • weit verbreitet in Geflügelbeständen und Wildvogelpopulationen
  • neben apathogenen Stämmen, auch Erreger definierter Krankheitsbilder
  • zusätzlich an verschiedenen Krankheitskomplexen und Syndromen (Runting & Stunting-Syndrome, Poult Enteric and Mortality-Syndrome, Sudden Death Syndrome) beteiligt
  • unbehüllt
  • segmentierte (Reoviren 10 Segmente, Rotaviren 11), doppelsträngige RNA
  • Tenazität: stabil zwischen pH 3 - 9, relativ resistent gegenüber Hitze und Lösungsmitteln

Definierte Krankheitsbilder

  • Reoviren:
    • Reovirusarthritis/ Tendosynovitis
    • Infektiöse Myokarditis des Gössels
    • Reovirusinfektion der Moschusente
  • Rotavirusinfektion (Diarrhoe)

Reovirusarthritis/ Tendosynovitis

  • Masthühner am stärksten betroffen, aber auch bei Pute, hauptsächlich bei Küken vorkommend
  • Schädigung der Sehnen, Sehnenscheiden und Gelenke, besonders Tarsus/Metatarsus
    • Ausbildung der Arthritis abhängig von Erregervirulenz und -dosis und Immunstatus, Alter (beginnende Resistenz ab der 2. Woche), Geflügelart (Hühner empfänglicher als Puten, Masttyp empfänglicher als Legetiere)
  • Störungen des Allgemeinbefindens und Diarrhoe bereits im Alter von 2 Wochen erkennbar, Lahmheiten zwischen 4. bis 16. Woche (Höhepunkt 7. Woche)
  • Morbidität zwischen 5 und 20 %, geringe Mortalität
  • häufig auch subklinisch verlaufende Infektionen
  • pathologisch neben Veränderungen in Gelenken und Sehnenscheiden evtl. auch Hämorrhagien und Schwellungen in inneren Organen feststellbar, sowie bei fortschreitender Erkrankung Petechien in Synovialis und Erosionen im Gelenkknorpel
  • Übertragung des Erregers hauptsächlich horizontal, vertikal aber auch möglich
  • Infektion oral und aerogen, Ausscheidung mit Fäzes erst massiv, dann intermittierend
  • Inkubationszeit 4 bis 14 Tage
  • Diagnose via Erregernachweis, am besten aus Knorpelmaterial des Tarsalgelenkes und hypotarsalem Sesamoid von mehreren Tieren in unterschiedlichen Krankheitsstadien
  • DD (Gelenksentzündung): Mykoplasmen, Staphylokokken, Salmonellen, Streptokokken, ORT
  • DD (Diarrhoe, runting-stunting): Rotaviren, Coronaviren, Astroviren
  • Prophylaxe: 2 malige Vakzination der Elterntiere zum Schutz der Küken und der Zuchttiere

Infektiöse Myokarditis des Gössels

  • enzootische Krankheit junger Gänseküken (ab. 6. Lebenstag, teilweise früher) mit schnellem Verlauf und hoher Sterberate (60 % und höher)
  • Es erkranken nur Gänseküken bis zum Ende der 3. Lebenswoche, wenn spezifische maternale Antikörper fehlen
  • vertikale Übertragung, horizontale Ausbreitung schon während des Schlupfes
  • Inkubationszeit: 4 Tage
  • Symptome: Mattigkeit, Schnabelatmung, Nasenausfluss, verklebte Augenlider, Festliegen, wässriger Durchfall, Tod nach 1 bis 2 Tagen
  • Pathologie: starke Exsikkose, Perikarditis, schlaffer, blasser Herzmuskel, Degeneration der Herzmuskelfasern, Gallestau, unverdauter Inhalt in Ösophagus und Drüsenmagen
  • DD: Parvovirushepatitis, Entenpest, Salmonellosen, Mykoplasmen
  • Prophylaxe: Rekonvaleszenzserum in den ersten Lebenstagen, Durchseuchung der Elterntiere im nicht für die Krankheit empfänglichen Alter

Reovirusinfektion der Moschusente

  • Erkrankung junger Moschusentenküken mit hoher Morbidität und Entwicklungsstörungen
  • eigenständiges Reovirus
  • Rückgang der Futteraufnahme ab 14. Lebenstag, Kümmerer, Befiederungsstörungen
  • Mattigkeit, Diarrhoe
  • Pathologie: blasse unterentwickelte Tierkörper, Leber und Milz vergrößert, Thymus und Bursa meist verkleinert
  • Diagnose: Antikörpernachweis, Virusisolierung aus Niere und Milz mit anschließender Charakterisierung
  • DD: Parvovirushepatitis, Salmonellen, Mykotoxikosen
  • Prophylaxe: Rekonvaleszenzserum in den ersten Lebenstagen

Rotavirusinfektion

  • betroffen sind Huhn, Pute, Ente, Fasan, Perlhuhn und Taube, meist Jungtiere
  • Diarrhoe und Wachstumdepression
  • Infektion in jedem Alter, Erkrankung meist nur bei Jungtieren bis zum Alter von 6 Wochen
  • Übertragung horizontal durch orale Infektion, Erregerausscheidung mit dem Kot
  • Virusvermehrung in reifen Epithelzellen des Dünndarms -> Zellablösung -> verminderte Kohlenhydratresorption -> osmotische Diarrhoe
  • Inkubationszeit: 2 bis 5 Tage
  • Diagnose über direkten Erregernachweis in Fäzes oder Darminhalt mittels EM
  • keine Impfstoffe verfügbar