Epidemiologie

Obwohl Influenzainfektionen beim Geflügel schon 1878 in Italien beschrieben wurden, erfolgte die erste Meldung bei Puten erst im Jahr 1963/1964 in England, Kanada und den USA.

Die Erkrankung tritt meist in Gebieten auf, die durch eine hohe Geflügelpopulationsdichte gekennzeichnet sind und an den Hauptflugrouten der Zugvögel liegen. Dies macht die wichtige Rolle der Wildvögel als Reservoir bei der Übertragung der Influenzaviren deutlich.

Obwohl bei vielen Vogelarten unterschiedlicher Ordnungen aviäre Influenza nachgewiesen wurde, sind schwere Erkrankungen bei Wildvögeln eher selten. Besonders verbreitet sind aviäre Influenzaviren weltweit bei wildem Wassergeflügel, das als Reservoir für die Entstehung von Ressortanten angesehen wird und die Erreger ins Wasser ausscheidet. Diese können auf Hausgeflügel aber auch auf Säugetiere inklusive Menschen übertragen werden.
Erstmals wurden 1997 Erkrankungen und Todesfälle bei Menschen registriert, die sich direkt bei erkranktem Geflügel mit hoch pathogenen Influenzaviren Typ A infiziert hatten.
Da der Erreger sehr hitzeempfindlich ist, erfolgt die Ansteckung nicht durch das Verzehren von gekochtem Fleisch.

Infizierte Tiere scheiden den Erreger vor allem mit dem Kot, aber auch mit Sekreten des Respirationstraktes und Reproduktionstraktes aus. Die horizontale Übertragung erfordert den Kontakt von Tier zu Tier oder mit infizierten Ausscheidungen.

Aus diesem Grund breitet sich die Erkrankung in Käfighaltung langsamer aus, als bei Bodenhaltung. Auch kontaminierte belebte und unbelebte Vektoren (Mensch, Wildvögel, Geräte, Futter, Wasser, Fahrzeuge, Transportkisten, Eierpappen u.a.) können den Erreger in andere Bestände verschleppen. Der Erreger kann nasal, aerogen, oral oder durch kontaminierte Samenflüssigkeit in den Wirtsorganismus eindringen.

Der Erreger wurde aus Eiern isoliert, eine vertikale Übertragung ist aber nur bei LPAI, da mit HPAI infizierte Küken absterben. Die Ei -Schale kann über den Kot mit dem Virus kontaminiert werden und so als Infektionsquelle fungieren.

Aviäre Influenzaviren bleiben in feuchtem Kot über 120 Tage und in trockenem Kot ca. 44 Tage intakt. In Wasser kann der Erreger bei 17 Grad bis zu 100 Tage überdauern, in Einstreu sogar mehr als 105 Tage.

In der Außenwelt werden aviäre Influenzaviren durch Wärme und UV-Strahlen zerstört. Sie sind gegen alle viruziden Desinfektionsmittel empfindlich.

Die Inkubationszeit beträgt wenige Tage.