Entwicklung

Die Übertragung von H. meleagridis kann sowohl direkt als auch indirekt erfolgen.

Bei der indirekten Übertragung dient Heterakis gallinarum, eine Nematodenart, als Vektor.
Diese Nematoden parasitieren in Blinddärmen von Hühnervögeln und nehmen Histomonaden auf, die sich zunächst im Darm der Nematoden durch Zweiteilung vermehren und dann das Ovar befallen. Nach weiterer interzellulärer Vermehrung dringen die Protozoen in die Oocyten ein, vermehren sich auch dort und später auch im Ei der Nematoden. Hühnervögel und andere empfängliche Vogelarten infizieren sich durch die Aufnahme von Heterakis-Eiern, die außer einer infektionsreifen Nematodenlarve kleine Histomonaden (Stadium III, ca. 3 µm) enthalten. Von dem Nematodenei geschützt überstehen die Histomonaden die Magenpassage. Wenn die Larve in einem empfänglichen Wirt schlüpft, werden die Histomonaden freigesetzt, die sich dann in den Caeca ansiedeln und von dort über den Blutweg in die Leber und andere Organe gelangen können.

Histomonas – Trophozoiten, die mit dem Kot ausgeschieden werden, überleben darin bei Raumtemperatur nur wenige Stunden.

Die direkte Ansteckung erfolgt vor allem bei Bodenhaltung im Stall. Wahrscheinlich wandern die Erreger in die Kloake ein, wenn sich die Tiere auf frisch ausgeschiedenen Kot setzen (cloacal drinking). Oral aufgenommene Histomonaden überstehen die Magenpassage nicht.