Bekämpfung

  • Hygienische Maßnahmen
  • Chemoprophylaxe (Kokzidiostatika)
  • Vakzination

Stallhygiene

  • Trockene Einstreu:
    • Tränkentyp
    • Belüftung
  • Wiederholtes Durcharbeiten der  Einstreu und/oder Nachstreuen zur Verdünnung der Oozystenkonzentration
  • Reinigung und Desinfektion vor jeder Stallneubelegung, um den Infektionsdruck zu vermindern
  • Geeignete Desinfektionsmittel sind Kresole,  Phenolderivate, Schwefelkohlenstoffe (-> DVG-Liste)
  • Einwirkzeit mindestens 2 h, eher 4 h
  • Komplette Freiheit von Kokzidien Oozysten ist weder möglich, noch erwünscht

Chemoprophylaxe (Kokzidiostatika)

  • Wartezeit auf Fleisch 3 – 5 Tage
  • Gabe bei Legehennen maximal bis zur Legereife -> Gabe kokzidostatischer Mittel, damit sich eine belastbare Immunität ausbilden kann
  • Werden ohne Mitwirkung des Tierarztes von den Futtermühlen eingemischt (gelten als Futterzusatzstoffe)

Verfügbare Wirkstoffgruppen

  • Ionophore Antibiotika
    - Unverträglichkeit mit verschiedenen Antibiotika!
    - kokzidiozid
  • „Chemische Substanzen“: Thiamin-Analoga, Chinazolonderivat, Guanidine, Pyridine, Benzolacetonitril eher kokzidostatisch

Resistenzen gegen Kokzidostatika

  • bei längerer Gabe des selben Kokzidostatikums
  • Kreuzresistenzen kommen vor
  • Anzeichen (vor Auftreten klinischer Symptome) sind verminderte Leistung & schlechtere Futterverwertung

Verschiedene Einsatzprogramme

(um Resistenzen vorzubeugen werden ionophore Mittel im Wechsel mit chemischen Substanzen ins Futter eingemischt)

  • Single (kein Wechsel)
  • Rotation (Wechsel alle 6 bis 8 Monate, typisch für die Hühnermast)
  • Switch (Wechsel von einem Mastdurchgang zum anderen, typisch für Putenmast)
  • Shuttle (Wechsel innerhalb einer Mastperiode, Beginn mit chemischen Mitteln als Starterfutter, dann Wechsel zu einem ionophoren Mittel für Aufzucht und evtl. Endmast)

Impfung

  • Lebendimpfstoffe

  • voll virulent
    • keine Resistenzen
    • genau eingestellte, nicht krankmachende Infektionsdosis -> riskant!
    • keine Zulassung in Deutschland
  • auf Frühreife selektiert & attenuiert

    • keine Resistenzen
  • Wirtsspezifität der Kokzidien
    -> Verschiedene Impfstoffe für Hühner und Puten notwendig, für Puten z. Zt. in Deutschland kein Präparat zugelassen

  • Keine Kreuzimmunität zwischen den Eimeria-Spezies
    -> Vakzinen enthalten mehrere Kokzidienspezies

  • Impfzeitpunkt möglichst früh, meist schon in der Brüterei

  • Via Spray, Trinkwasser, Futter oder als Gel in den Versandboxen

  • Experimentell in ovo

Einsatz

  • Bei Tieren in Bodenhaltung
  • Bei wertvollen Elterntieren (Impfkosten!)
  • Evtl. bei Legehennen
  • Selten bei Broilern
  • Gerne im Wechsel mit Kokzidostatika (NICHT gleichzeitig), um resistente Feldstämme durch die sensitiven Impfstämme zu verdrängen